Schlagzeilen

👋 2017

tl;dr: Verlobung, Urlaub, Musik. Und Musik. Ach ja, Musik auch noch.

Wenn man der Entwicklung der Artikelfrequenz ĂŒber die Jahre Glauben schenken darf, könnte dies der letzte Beitrag fĂŒr 2018 werden. Es ist also nur folgerichtig diesen einen Blogpost fĂŒr das Abdecken eines möglichst großen Zeitraumes zu nutzen. Zack, feddich, JahresrĂŒckblick.

FĂŒr mich gab es wenige Jahre, die derart viele VerĂ€nderungen mit sich brachten, wie das Vergangene. Wer mich kennt, weiß, dass die Zahl 17 eine wiederkehrende Rolle in meinem Leben spielt. Nur richtig also, dass 2017 in meiner Biographie etwas herausragt.

Verlobung und Band

Seit dem 1.7.17 (of course) bin ich verlobt. Ich zieh dieses Erwachsenending scheinbar durch. Der Plan bestand schon lĂ€nger, es hat jedoch etwas gedauert, bis ich es wirklich angegangen bin. Lange ĂŒberfĂ€llig, ich weiß, aber hey, was lange wĂ€hrt und so.

Außerdem finde ich immer mehr den Weg zurĂŒck zur Musik, die in meiner spĂ€ten Schulzeit mein Leben sehr dominierte, im Rahmen des Studiums aber komplett unterging. Seit Juni letzten Jahres bin ich zweiter Gitarrist in einer Punkband namens Hematom. Neben der Erfahrung des gemeinsamen Musizierens und ein paar Auftritten1 haben dadurch auch neue Spielzeuge ihren Weg in mein Leben gefunden. Eine neue Gitarre, ein Drahtlossystem – weil wer mag schon Kabel – und mein unglaublich hĂŒbsches Helix LT – ein Pedalboard, dass verschiedene VerstĂ€rkersounds emuliert. Mein Schaaaaaatz!

Fuck yeah, Gehörschutz

Doch damit nicht genug. 2017 habe ich mir eine Art Kindheitswunsch erfĂŒllt und einen individuell angepassten Gehörschutz geleistet. Voll Punkrock, ich weiß, aber ich find’s awesomest.

Ich hab damalsℱ in meiner ersten Band schon darĂŒber nachgedacht, aber es war schlicht und ergreifend zu viel Geld. Aufgrund zunehmender Konzertbesuche in 2016 und der damit einhergehenden EnttĂ€uschung ĂŒber den Klang von allem, was man sich sonst so fĂŒr wesentlich weniger Geld in die Ohren stecken kann, kam der Wunsch wieder hoch und wurde Anfang MĂ€rz dann erfĂŒllt. Oooooh boy, ich kann und werde es uneingeschrĂ€nkt allen nahelegen, die auch bei lauter Musik Wert auf guten Sound legen.

Gehörschutz

Das Anfertigen der Teile ist ĂŒbrigens eine Erfahrung fĂŒr sich. Wie bei einer Zahnspange auch wird ein Abdruck angefertigt. Diese klebrige Masse, die auf einmal die ganze Welt leiser macht und das Ohr komplett abdichtet, ist schon lustig. Vor allem wenn der DurchfĂŒhrende zwischendurch versucht mit dir eine Unterhaltung zu fĂŒhren.

Konzerte

Bleiben wir beim Thema Musik: ich war auf vielen guten, aber auch einigen enttĂ€uschenden Konzerten. Absolute 10/10 kriegen die Architects fĂŒr den Auftritt auf dem With Full Force, das zum ersten Mal auf dem Ferropolis-GelĂ€nde stattfand. Ich liebe diese Band. Ich liebe, was sie da abgeliefert hat, und ich liebe, wie die Meute mitgegangen ist. War ziemlich nah dran am perfekten Konzerterlebnis.

Jemand ist berĂŒhmt

Auf dem Impericon Festival im April wussten sowohl Stick To Your Guns (der Pit đŸ˜±) als auch Parkway Drive zu beeindrucken. Was fĂŒr eine Show, Holy Moly! Ich kann mit dem neuen Album nicht so viel anfangen, aber alter Fatter. Licht, Pyro, ĂŒber Kopf drehendes Schlagzeug und alles solide durchdacht. Erlebt man nicht oft in der Welt der etwas hĂ€rteren Gitarrenmusik. Mein Highlight: ich hab Boneyards noch mal live hören und dazu abzappeln dĂŒrfen. Und es gibt ein Video davon, von dem ihr mit Ausnahme des folgendes Frames nie etwas zu sehen bekommen werdet.

Ouuuuuu

Auch das Silverstein Konzert im Naumanns war ein Erlebnis. Der Schuppen ist Sound-technisch nach wie vor ein Super-GAU, aber aus irgendeinem Grund finden dort nur erinnerungswĂŒrdige Konzerte statt. Auch wenn sich Silverstein konstant weigern in Leipzig den einen Song zu spielen, den ich live hören will.

Nach 3 Jahren kamen A Day To Remember wieder auf Tour. Leider ist das neue Album eine EnttĂ€uschung fĂŒr mich gewesen. Das Konzert war ok, aber ich hatte mir mehr erhofft. ADTR-Konzerte waren sonst sichere Wetten.

Auf System Of A Down hatte ich mich sehr gefreut. Was hab ich deren Scheiben rauf und runter gehört. Das Konzert war – erneut – ok, was aber allein der Kulisse und dem Publikum der Berliner Wuhlheide zuzuschreiben ist.

In der gleichen Woche habe ich auch Phil Collins gesehen. Auch hier war die Kulisse beeindruckend (ich war vorher noch nie in der Lanxess-Arena), aber der alte Herr Collins und seine Mitmusizierenden wussten mich nicht so recht abzuholen. Ich weiß bis heute nicht warum, aber neben In The Air Tonight und Another Day in Paradise war dann nicht so viel zu holen fĂŒr mich ÂŻ\(ツ)/ÂŻ

Gesangsunterricht

Lange Zeit habe ich es vor mir hergeschoben und im Januar dann endlich angefangen: Gesangsstunden nehmen. Habe ich schon erwÀhnt, dass ich wieder mehr zur Musik finde?

Leider war das ein Reinfall. Meine Gesangslehrerin und ich waren nicht auf einer WellenlĂ€nge. Das habe ich eigentlich frĂŒh erkannt, aber nicht entsprechend gehandelt. Ich hatte so lang gebraucht um mich durchzuringen, ich konnte doch nicht gleich wieder aufgeben.

Seit Mai habe ich jedoch massive Stimmenprobleme. Es ist schwer zu beschreiben, aber im Prinzip ist normales Sprechen fĂŒr mich oft anstrengend. Also physisch anstrengend, als wĂŒrde ich bei jedem Satz eine schwere TĂŒr öffnen.

Die Ursache? UnvollstĂ€ndiger Stimmbandschluss durch Überlastung. Mit dem Gesangsunterricht aufhören und Sitzungen bei der LogopĂ€din haben geholfen, aber etwas scheint im Argen zu liegen. Es ist echt ganz große Scheiße, nicht nur wegen des Gesangsunterrichts, sondern auch weil ich durch die erforderliche Anstrengung zwangslĂ€ufig weniger rede. SchlĂ€gt sich viel zu oft auf meine Laune nieder, aber ich lerne immer besser damit umzugehen.

Urlaubn

Nach Rom und Venedig2 in 2016 folgten im letzten Jahr Amsterdam und Barcelona.

Amsterdam ist auf jeden Fall eine besondere Stadt. Als Nichtmuseumsgeher ist eine ganze Woche dort jedoch etwas gut gemeint. Wir hatten eine famose Unterkunft auf einem Hausboot (danke Airbnb, dass du existierst) und haben uns grĂ¶ĂŸtenteils stilecht mit FahrrĂ€dern bewegt. Auch außerhalb des Grachtenrings im Zentrum ist Amsterdam schick und erstaunlich grĂŒn. Kann man auf jeden Fall mal machen.

Blick von unserer Unterkunft

Barcelona war so lala. Wir hatten komisches Wetter, selbst fĂŒr Dezember. Und es roch immer mal wieder sonderbar. Ich mochte die Stadt an sich, weil sie alles hat. Wasser, Berge, Parks, Stadtleben, alles bei und ineinander. Und unsere Unterkunft war schon ziemlich dope. Wir hatten 2 Terrassen und zu beiden Seiten einen wunderbaren Blick auf Barcelona. Es gibt noch viel mehr ĂŒber Barcelona zu schreiben, vielleicht sogar in einem eigenen Artikel? Trotzdem ließ mich der Urlaub mit gemischten GefĂŒhlen zurĂŒck.

Barceloooonaaaaa

Dieses Jahr haben meine Freundin Verlobte und ich im Sommer mal was ganz verrĂŒcktes gemacht: wir sind daheim geblieben. Und es war wunderschön. Wir haben das Stand Up Paddling und die Leipziger Seen fĂŒr uns entdeckt. Das kann gern wiederholt werden.

Paddelpause

Rostock – der Ort, in dem noch immer der Großteil meiner Family wohnt – hat dieses Jahr eine rekordverdĂ€chtige Anzahl von 4 Besuchen meinerseits erfahren dĂŒrfen. Das wird sich vermutlich so schnell nicht wiederholen. Umso froher bin ich, dass sich das dieses Jahr so ergeben hat. Die Ostsee bleibt der Ort, an dem ich am schnellsten abschalten kann und quasi-instant Urlaubsfeeling kriege.

Ostsee

Und Sonst So? (😏)

Wisst ihr noch, wie ich Anfang des Jahres davon sprach, wie ich Dinge beende? Was interessiert mich mein GeschwĂ€tz von gestern. Seitdem ich mir nun doch noch ein neues iPhone gönnte, bin ich auf Twitter aktiv wie lange nicht mehr.3 Und auch dem Wrestling-Konsum bin ich nicht allzu lang fern geblieben. Ich mein, 3 Monate WWE Network Abo fĂŒr 1€. Wer soll da widerstehen? Ende Januar gibt’s wieder ein gemeinsames Royal-Rumble-gucken mit Freunden. Ich freue mich.

UrsprĂŒnglich wollte ich 2018 mal eine Podcast-DiĂ€t probieren, um meinem Kopf tagsĂŒber etwas Luft zu lassen. Ich war jedoch so fasziniert von dem Gedanken, dass ich bereits im Oktober damit anfing. Status jetzt: ich höre nur noch einen wöchentlichen Podcast (ich bin und bleibe ATP-Fanboy), zwei Wrestling-Podcasts (Clotheslaien, The Ring Post) mit wesentlich geringerer Frequenz und einen Musik-Podcast (Lead Singer Syndrome), bei dem ich nur ausgewĂ€hlte Episoden höre. In der dadurch gewonnenen Zeit gibt es entweder Spotify oder mal gar nichts auf die Ohren.

RĂŒckblickend habe ich dieses Jahr – so meine ich – ganz gute Fortschritte gemacht, was die Work-Life-Balance angeht. Ich mag meinen Job noch immer sehr, aber ich habe nach und nach das Chillen wieder erlernt. D.h. dass ich nach der tĂ€glichen Arbeiterei nicht nur besser abschalten kann, sondern in meiner Freizeit auch nicht mehr so ĂŒbertrieben darauf aus bin Stuff zu schaffen. Das bedeutet zwar auch, dass die Blogartikel weniger werden, aber hey. Irgendwas ist immer.

Geburtstagskarte

VorsÀtze?

Dieses Jahr möchte ich etwas betreiben, das ich auf den Namen Agile Vorsatzentwicklungℱ getauft habe. Statt mir Anfang des Jahres etwas vorzunehmen, was ich eh nich einhalte, egal wie ambitioniert oder konservativ ich rangehe, bestimme ich VorsĂ€tze einfach on the fly.4

Momentan fĂ€llt diese Liste angenehm schmal aus. Ich möchte mich erneut auf das Territorium des Gesangsunterrichts wagen. Und frĂŒher aufstehen. DIESMAL WIRKLICH. Zu guter Letzt muss ich es irgendwie gemanaged kriegen, Sport in meinen Alltag zu integrieren. Zum einen um den Kopf regelmĂ€ĂŸig leer zu pusten, zum anderen weil mein Knie mir meine Skateboardvergangenheit krumm nimmt und nach mehr muskulĂ€rer UnterstĂŒtzung verlangt. Ich werd bin alt.

An sich also nothing too fancy. Auf ein Neues đŸ’Ș


  1. Der Gig Ende November auf dem Teenage Warning Festival verdient einen eigenen Artikel. Stay tuned!

  2. Es ist bemerkenswert verwunderlich, dass ich nie ĂŒber Venedig auf diesem Blog geschrieben habe, da es einer der schönsten Urlaub in meinem Leben gewesen sein dĂŒrfte.

  3. “So aktiv wie lange nicht mehr” resultiert in ca. 450 Tweets pro Monat. Was weiterhin nichts ist im Vergleich zum 1500-Peak, den es vor ziemlich genau 5 Jahren mal gab.

  4. Mir ist durchaus bewusst, dass das der Definition von VorsÀtzen nicht wirklich gerecht wird, aber who cares? Agile Vorsatzentwicklung klingt einfach geiler.

8. Januar 2018