Schlagzeilen

Kreiert.

tl;dr: Jeder hat ein Recht auf Schrapelfreiheit. Und es liegt an euch dieses Recht in Anspruch zu nehmen.

Endlich. Neuer Blog, erster Beitrag. Die Idee dazu ist ungefähr anderthalb Monat alt. Nicht die Idee zum Blog, die schwirrt schon seit mindestens einem Jahr in mir. Nein, ich meine die Idee für diesen Artikel. Und dass es tatsächliche diese 1,5 Monate gedauert hat, ehe ich diese Zeilen schlussendlich niederschreibe, ist ein wenig beschämend. Beschämend aufgrund der Aussage, die ich hier eigentlich vermitteln wollte.

Es sollte darum gehen, dass sich jeder Einzelne von uns in einer Welt von Informations- und Unterhaltungsüberangebot entscheiden muss. Der Tag hat 24 Stunden. Die Möglichkeiten, mit der man diese Zeit verbringen kann, sind grenzenlos. Dieser Fakt bringt jemanden wie mich, dessen Interessengebiete nicht besonders zahlreich, aber vergleichsweise zeitintensiv sind, regelmäßig zur Verzweiflung. Früher oder später geht es aber nicht anders, man muss priorisieren. Alle Man-könnte-ja-mals und Das-müsste-ich-eigentlich-auch-mal-wieders eliminieren und sich auf die wenigen, für sich selbst wichtigen Dinge konzentrieren. Lieber eine Sache richtig machen, als 10 nur halbärschig.

Vermeidet den Schrapel…

Versteht mich nicht falsch, jeder soll so machen, wie er mag. Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass ich meine wertvolle Zeit oft mit zu viel Schrapel verbringe. Schrapel bedeutet in diesem Fall alles, was ein arg mieses Verhältnis von “das lohnt sich” zu “da hätte ich meine Zeit auch sinnvoller verbringen können” vorweist.

Darum gucke ich lieber Filme als Fernsehen. Darum höre ich lieber Podcasts als Radio. Darum lese ich lieber private Blogs als große Online-Magazine.

… und seid kreativ

Es erscheint ein bisschen seltsam, dass jemand in seinem Preimierenblogpost für seinen vierten (!) Blog dazu rät, gefälligst zu priorisieren und alles Halbärschige aus dem eigenen Leben zu verbannen. Wofür ich mich aber entschieden habe ist: weniger konsumieren, mehr kreieren.

Dabei meine ich nicht Kreativität im Sinne von Baskenmütze und Tuschkasten. Auch nicht die Kreativität, die einen MacGyver dazu befähigt aus Büroklammern und Teppichfasern eine Kalaschnikow zu bauen.1 Ich meine schlicht und ergreifend kreieren. Machen. Abliefern.

Egal was. Einen Blog aufmachen, einen Song schreiben, im Garten ein Kartoffelfeld anlegen, ein Video drehen, Diskussionsrunden organisieren, Fotos machen, Fensterdeko basteln. Es geht darum etwas zu erschaffen. Sich nicht nur in die Couch pfletzen und chillen. Zumindest noch nicht. Vorher noch 60 Minuten einem privaten Projekt widmen.

Getreu diesem Motto hier also nun ein weiterer Blog meinerseits. Für all das, was ich schreiben möchte, was aber nicht Webentwicklung oder Apple ist. Zumindest nicht primär.

Und was war jetzt beschämend?

Da war ja was. Der Beitrag hier hat ein Erstellungsdatum, das auf den 16. Juni fällt. Eine Zeit, die bei mir vergleichsweise stressig war, da Endspurt im aktuellen Semester. Vorprüfungszeit nennen wir modernen Studenten von heute diese Phase, die gefüllt ist mit drohenden Deadlines, vollkommen vergessenen Todos und Dingen, die mehr Zeit benötigen, als ursprünglich eingeplant. Hätte ich es in dieser Zeit geschafft, das Ding hier online zu bringen, hätte ich der Aufforderung gefälligst zu kreieren noch wesentlich mehr Nachdruck verleihen können.

Hab ich aber nicht geschafft. Hähä. Das bedeutet, dass ich jetzt nicht mehr mit ganz so gutem Beispiel voran gehen kann. Es bedeutet aber auch, dass ich euch auffordern kann es besser zu machen.

Also. Geht los, vermeidet Schrapel, werdet kreativ.

Und für die Momente, in denen es doch einfach das Beste ist, nur mit dem Tablet auf der Couch die Feeds zu checken: hier ist meiner.


  1. Das lustige daran ist, dass ich mich nicht erinnern kann jemals auch nur eine einzige Folge MacGyver gesehen zu haben. Ist nur dieser Running Gag, den man irgendwann mal irgendwo aufschnappt.

1. August 2013