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That awkward moment, wenn du ein liebgewonnenes Hobby aufgibst

tl;dr: Mit dem Ende des heutigen Tages wird es keine neuen Blogposts mehr bei iEnno geben. Zwar höre ich dadurch auf, einer meiner absoluten Lieblingstätigkeiten nachzugehen, allerdings verspreche ich mir davon mehr Platz in Kopf und Kalender.

Der folgende Artikel wird für Außenstehende, die von meiner Leidenschaft für das Bloggen und der Zeit, die ich dafür aufwende, nichts mitbekommen haben, vermutlich nur sehr schwer zu verstehen sein. Dennoch habe ich das Bedürfnis die Gedanken dazu niederzuschreiben. Also los.

Während ich im August letzten Jahres mit diesem Stück hier meinen ersten wirklich persönlichen Blog startete, schreibe ich bei 2 weiteren Blogs: iEnno und senäh (fragt nicht, wo der Name herkommt). Beide Blogs sind allerdings eher klugscheißerischer instruktioneller Natur.

Heute habe ich den letzten Artikel für iEnno geschrieben.

Das hat ein paar gute Gründe. Einige davon habe ich bereits im Blogpost dazu auf iEnno selbst erläutert. Der wirklich ausschlaggebende Teil dieser Entscheidung ist aber etwas persönlicher und landet deswegen hier.

Vom Alltag eines Hobby-Bloggers

Bis zu einem bestimmten Grad mag ich Stress. Ich mag es etwas zu tun haben und das auch zu Ende zu bringen. Ich mag es Dinge zu schaffen. Mein größter Feind sind dabei meine eigenen Erwartungen. Es fiel mir über lange Zeit schwer mit iEnno zufrieden zu sein. Die Artikelfrequenz blieb meist hinter dem zurück, was ich gern erreicht hätte.

Das führte dazu, dass ich versucht habe möglichst viel Zeit frei zu machen, um zu bloggen. Wenn alles Notwendige für das Studium erledigt, jede andere wichtige Aufgabe abgehakt und ich gerade nicht mit Freunden und Familie unterwegs war, gab es fast nur noch bloggen.

Wartezeit zwischen 2 Vorlesungen? Bloggen.
In der Bahn unterwegs von A nach B? Bloggen.
Ein bisschen Zeit vor dem Schlafengehen? Bloggen.

Das war auch vollkommen ok so. Ich blogge gern. Ich kreiere gern. Das Gefühl am Ende des Tages einen Artikel korrekturzulesen und den Veröffentlichen-Button zu drücken, erfüllt mich meist mehr als ein gechillter Abend auf der Couch. Zumal das ein oder andere “Danke für den Tipp” auch seinen Teil zur Motivation beiträgt.

Zu hohe Erwartungen

Oft habe ich mich dabei erwischt, wie ich über iEnno nachgedacht habe. Worüber könnte ich als nächstes schreiben? Wann finde ich Zeit dafür? Zumal ich natürlich auch nebenbei andere Blogs gelesen und dadurch neues ausprobiert habe, was wiederum in eigenen Blogposts mündete.

Dennoch war mir der Output zu gering. Das hatte natürlich seine Gründe, schließlich konnte das Bloggen nur dort Platz finden, wo ich Freizeit hatte. Vermutlich ist auch euch nicht neu, dass es hin und wieder schwer fällt Dinge auf die Reihe zu kriegen.

Irgendwann habe ich, um Herr meiner Todo-Liste zu werden, beschlossen früher aufzustehen, bin dabei jedoch nicht auch früher ins Bett gegangen. Eigentlich war das Gegenteil der Fall. Das hatte 2 Konsequenzen:

  1. Ich hatte etwas mehr vom Tag.
  2. Schlafmangel.

Meine Ethik-Lehrerin1 nannte sowas Ambivalenz. Der erste Aspekt führte tatsächlich dazu, dass weniger liegen geblieben ist. Logisch, wer mehr Zeit hat, schafft mehr. Schlafmangel jedoch ist eine seltsame Sache. Vielleicht gibt es Menschen, die damit längerfristig klarkommen. Ich gehöre nicht dazu.

Mama hat Recht, wenn sie sagt Schlaf ist wichtig, mein Jung!

Wenn euer Hirn den ganzen Tag beschäftigt ist und ihr ihm auch noch etwas Zeit zum Erholen klaut, was wird dann wohl passieren? Eure geistige Fähigkeit lässt nach. In meinem Fall betraf das vor allem mein Gedächtnis. Auf gute 7 von 10 “Ich hatte dir doch erzählt, dass…” antwortete ich mit “Hast du?

Und diese Einsicht war ein Scheißgefühl. Wer stellt schon gern fest, dass er aufgrund seiner, ja, Produktivitätssucht seiner Liebsten, seiner Familie und seinen Freunden weniger Aufmerksamkeit widmet, als sie verdient haben?

Die Lösung war denkbar einfach: wieder mehr schlafen. Die Folgen? Weniger Zeit pro Tag, mehr nicht abgearbeitete Punkte auf der Todo-Liste und deshalb steigende Frustration. Ambivalenz.

Prioritätenwechsel

Schon in meinem Mallorca-Artikel hatte ich angekündigt, dass ich viel, viel mehr machen will, als das, was die Zeit zulässt. Mein Fazit damals: über kurz oder lang muss ich einige meiner Prioritäten umkrempeln.

Die Entscheidung iEnno dicht zu machen ist der erste Schritt in diese Richtung.

Wie gesagt, als Außenstehender ist das ganze Trara vermutlich recht schwer nachzuvollziehen. Das ist auch ok. Für mich ist es aber eine recht einschneidende Änderung meines Alltags. Vielleicht auch nicht. Aber ich möchte gern daran glauben.

Enno 1.1, Bitches!


  1. Schönen Gruß an dieser Stelle, Frau Ebert!

1. März 2014