Schlagzeilen

Und sonst so – April 2018

Weiter geht’s mit der Aufarbeitung des letzten Jahres und der Hoffnung, dass wir irgendwann bei nur einem Monat Versatz ankommen, statt wie in diesem Fall… ähm… Neun.

Leinwanderöffnung Schaubühne Lindenfels

Erinnert sich noch jemand daran, wie ich im März-Artikel schrieb, dass mich das Konzept Sneak Peak nicht so wirklich packt und ich auf Wiederholungen verzichten kann? Well, das kommt nicht ganz hin. Anfang April stand endlich die Eröffnung der neuen Leinwand in der Schaubühne Lindenfels an.

Die Schaubühne ist prinzipiell ein Kino- und Veranstaltungssaal, allerdings mit Restaurant dran. Ich war hier bereits mehr als ein Mal essen, aber hatte noch keinen Film gesehen. Die neue Leinwand wurde per Crowdfunding finanziert. Bin ich ja großer Fan von, vor allem für so kleinere, lokale Angelegenheiten fetzt das. Als Dank für den Support gab es Gratis-Tickets zur Einweihung.

Tickets für die Schaubühne Lindenfels
Tickets für die Schaubühne Lindenfels

Auch hier treffe ich wieder auf meinen Endgegner Pünktlichkeit. Wir essen vorher noch etwas in der Schaubühne, werden allerdings nicht bis zum Filmstart fertig.1 So sehr wir auch versuchen, uns davor zu drücken, irgendwann lässt es sich nicht weiter hinauszögern: wir müssen uns – vollbepackt mit Tapas-Schalen – in die erste Zuschauerreihe des Kinosaals begeben.

Das Publikum war… unerwartet. Wir haben den Altersdurchschnitt gesenkt. Generell wirkte das Publikum leicht angesnobt. Befinde ich mich inmitten einer Snobomorphose? Gehe ich bald nur noch zu Premieren von Schwarz-Weiß-Filmen und gönne mir vorher ein Gläschen Sekt vom Silbertablett während ich über den deutschen Aktienmarkt plaudere?

Ich schweife ab.

Gespielt wurde übrigens 3 Tage in Quiberon, ein von wahren Begebenheiten inspirierter Film, in dem Geschehnisse rund um ein Interview mit Romy Schneider thematisiert werden. Als uns diese frohe Kunde vor Beginn der Veranstaltung überbracht wurde, waren im Publikum vereinzelte, dezente Anwandlungen von Jubel zu vernehmen.

Für mich ist es einer dieser Filme, die von Leuten, die Ahnung haben, hochgelobt werden und gut Preise abräumen, bei denen ich aber beim besten Willen nicht verstehe wieso. Aber sei’s drum. Experiment Sneak Peek beendet, zum zweiten Mal.

Videodreh

Ein Meilenstein meiner Nenn-es-nicht-Karriere als Nenn-es-nicht-Musiker ist definitiv meine Teilhabe in einem Musikvideo. Der Prozess war spannend, lehrreich, aber auch sehr anstrengend. Es handelt sich dabei um ein simples Performance-Video, aber selbst das Abdrehen dafür hat schon ordentlich geschlaucht. Schwer auszumalen, was von Musizierenden in anderen Ligen bei Videodrehs mit krassem Budget abverlangt wird.

Gedreht wurde das gute Stück in der Halle 5 vom Werk 2 unter der Mitwirkung von exakt 2 fleißigen und äußerst fähigen Dudes: Philipp vom Jadeturm und Etienne von Cubot Records.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und froh, dass es was Vorzeigbares von uns vieren gibt, auf diesem Niveau. Das fetzt schon und ist definitiv ein kleines Träumchen, das da in Erfüllung ging.

Impericon Festival

Seit 2011 existiert in Leipzig ein ganztägiges Musik-Event, das mittlerweile den Namen Impericon Festival trägt. Bei meinem ersten Besuch 2012 fand das ganze noch im Leipziger Süden auf dem Agra-Gelände statt. 2018 wurde die Veranstaltung zum zweiten Mal in der Leipziger Messehalle abgehalten. Der Sound dort ist so grottig, wie er nur sein kann, so schlimm wie nirgendwo anders in Leipzig, sogar noch schlimmer als im Felsenkeller. Für die Anzahl an Menschen (ungefähr 10.000) ergibt die Verlegung aber Sinn.

Mich erfüllt es mit ungemeiner Freude mich einem Veranstaltungsort zu näheren, die wummernde Doublebass bereits draußen zu hören und in verschiedenen, größtenteils schwarzen Bandshirts gekleidete Menschen am Eingang zu sehen.2 Alle Leute hier wollen eine gute Zeit haben, mit Musik, die mir gefällt, mit einer Einstellung zum Weltgeschehen, die der Meinen ähneln dürfte. Mein Zufluchtsort um mich unter Gleichgesinnte zu mischen, wenn man so will.

Endlich normale Leute!
Endlich normale Leute!

Dieses Jahr gab es ein paar Neuerungen. Außerhalb der Halle in einer Art Innenhof war ein Truck, von dessen Dach aus eine Band eine Auswahl an Songs gespielt hat, die Freiwillige in Karaoke-Manier besingen konnten. Sehr unterhaltsam. Außerdem waren mit Silverstein und Boysetsfire 2 ruhigere Bands im Lineup, die zusätzlich zur eigenen Show auch ein eigenes Akustik-Set in besagtem Hinterhof performten.

Das eigentliche Highlight für mich war aber der Auftritt von We Came As Romans. Nicht nur hatte ich die Band nie vorher gesehen, auch war für mich das 2017er Album “Cold Like War” das beste Album des Jahres. Von den 7 Songs, die die Band gespielt hat waren ganze 6 von besagtem Album. Dicker Move, da Fans der älteren Werke sicherlich nicht sonderlich begeistert waren. Im Nachhinein wird die Anwesenheit der Band durch eine tragische Weise besonders, da Sänger Kyle Pavone im Alter von – wieder einmal – 28 Jahren Ende August verstorben ist.

WhatsApp Status statt Twitter

Wer hier regelmäßig mitliest, wird festgestellt haben, dass ich eine On-Off-Beziehung mit Twitter pflege. So sehr ich die Möglichkeiten sowie die Art der Unterhaltung und Kommunikation, die der Dienst ermöglicht, liebe, so sehr hasse ich, was daraus geworden ist.

Das von Snapchat geprägte und mittlerweile in Instagram wohl am populärsten etablierte Story-Format liegt mir auch sehr. Da Instagram genauso wie WhatsApp zu Facebook gehört, hat auch WhatsApp ein Story-Feature, wenn gleich dies dort mit “Status” betitelt ist und wesentlich weniger kann.

Dennoch wollte ich ausprobieren ob dieses Format vielleicht als Outlet dessen dienen kann, was ich sonst bei Twitter von mir gab. Aber nein, nicht wirklich.

Allein schon deswegen nicht, weil Twitter textbasiert ist, während Stories hauptsächlich visuell funktionieren. Zwar kann bei beiden sowohl das eine als auch das andere genutzt werden, aber 10 Tweets hintereinander sind keine Seltenheit, 10 aufeinander folgende Stories, die nur Text enthalten, habe ich hingegen noch nicht gesehen. Stattdessen sollte man seinen Output eher in Videoform festhalten, was aber nicht so wirklich meins ist.

Auch wenn ich lieber Text rausposaune statt Bilder, geschweige denn Videos, führte das WhatsApp-Experiment dazu, dass ich meine Aktivität auf Twitter quasi komplett eingestellt habe. Ich vermisse es auch etwas, da random Gedanken in Textform loswerden, ohne den Blog als Plattform zu nutzen, nun nicht mehr ist. Auf der anderen Seite erreicht man bei WhatsApp ein anderes Publikum. Nicht nur internetaffine Social-Media-Suchties, sondern hauptsächlich Freunde und Verwandte. Leute, denen man die eigene Telefonnummer aushändigt. Das führt zu positiven wie negativen Reaktionen, weil für diesen Kreis an Menschen meine für mich seit Jahren normale Selbstdarstellung im Netz neu ist.

Sowas verpasst du, wenn du dir meinen WhatsApp Status nicht anguckst!
Sowas verpasst du, wenn du dir meinen WhatsApp Status nicht anguckst!

Ich möchte es aber nicht mehr missen, weil WhatsApp im Gegensatz zu Twitter weniger anonym ist. Zumindest in meinem Fall. Weniger Leute sehen, was ich zeige, aber es sind wichtigere Leute.

RIP Billy

Im April ist leider unser Hund Billy verstorben. Er hat schon einige Zeit zu kämpfen gehabt und die letzte Ruhe wirklich verdient. Am Ende ist die Entscheidung ihn gehen zu lassen aber trotzdem keine einfache und ein tragischer Verlust für die Familie.

Billy und Stöckchen
Billy und Stöckchen

Da ich seit einiger Zeit nicht mehr daheim wohne, habe ich seit längerem keinen Alltag mehr mit Billy gehabt. Deswegen war das für mich natürlich um Dimensionen einfacher zu verkraften, als für meine Eltern. Dennoch hat dieser Hund mich bei meinem kompletten Erwachsenwerden begleitet. Meine Frau z.B., die ich nun schon seit gut 14 Jahren kenne, kennt mich gar nicht ohne Billy.

Hach.

Balkonien, Immunsystem deutlich unter 9000 und Rentenversicherungs-Fun

Da sich im April gern der Sommer ankündigt, machten wir uns an die Entwinterung unseres Balkons. Das bedeutet für mich mit Auto zum Obi fahren, Pflanzenabteilung durchspielen, alles dort Gekaufte unbeschadet transportiert bekommen, daheim Balkonmöbel aus dem Keller ins 4. OG schleppen und die von meiner besseren Hälfte fertig bepflanzten Blumenkästen aufhängen. Nicht meine Lieblingsarbeit, aber ein Balkon als Minigarten hat schon was.

Alles in Obiiiii
Alles in Obiiiii

Was Ende Februar und den März hindurch mit 3x rumkränkeln gut anfing, ging im April munter weiter. Mein Immunsystem hat 2018 einige Monate lang seine Arbeit verweigert. Und das in den wärmeren Monaten des Jahres. Körper sind seltsam.

Außerdem durfte ich zum ersten Mal etwas durchführen, was sich offiziell Kontenklärung schimpft. Auf deutsch: der Rentenversicherung Belege für all die Sachen liefern, die sie eh schon wissen. Also wann ich wo gearbeitet habe, wie lang ich zur Schule gegangen bin, von wann bis wann ich studiert habe, etc. Von derart unnötiger, rechtlich legitimierter Verschwendung meiner Zeit lasse ich mich schnell nerven. Dass ich besagte Belege auch noch beglaubigen lassen muss, hat die Situation nicht verbessert. Dafür war mein Ansprechpartner bei der Rentenversicherung angenehm. Think positive!

Und sonst so?

Serienmäßig habe ich Marvelous Mrs. Maisel und Flash Staffel 3 durchgestanden. Ersteres war am Anfang interessant, eine Hausfrau entdeckt in den 50ern ihr Talent für Stand-Up. Im Verlauf der Serie bekam ich jedoch vermehrt den Eindruck, dass die Serie im Originalton besser funktioniert hätte. Zumal Stand-Up kein wirklicher Teil meiner Kultur und damit für mich so manches schwer nachzuvollziehen ist. Flash wird leider auch immer reicher an Logiklücken und unglaubwürdigen Ereignissen, sodass das Schauen auch hier am Ende kein Spaß mehr gemacht hat. Staffel 3 war wohl die letzte für mich.

Freut euch auf meine Zusammenfassung des Mais mit mehr Details zu Krankheiten, Amtsbesuchen und Serien, die mit jeder Folge schlechter werden. Wenn das mal kein überzeugender Teaser ist!


  1. Anmerkung der Lektorin: “Außerdem möchte ich anmerken, dass wir nicht mega langsam gegessen haben, sondern das Essen 30sek auf dem Tisch stand als es hieß wir müssten jetzt in den Saal gehen 🤷🏻‍♀️”

  2. Auch wenn natürlich jeder weiß, dass ein rotes Glumanda-Shirt das einzig wahre Bandshirt ist.

10. Januar 2019