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Und sonst so – August 2018

Der August war mit einer gewaltigen Ausnahme vergleichsweise ereignisarm. Was mich aber nicht davon abhalten wird, trotzdem über 1500 Wörter darüber zu schreiben. Haha!

Immer noch Sommer

Selbstverständlich wurde wieder fleißig gegrillt und gebadet. Gefühlt kippte Anfang August jedoch die Stimmung von “was ein geiler Sommer” zu “die anhaltende Hitze ist nicht gut für die Natur”.

Als wir zum runden Geburtstag der Schwiegeroma nach Magdeburg eingeladen waren, ließ sich das eindrucksvoll beobachten. Neben der Location fließt ein Seitenarm der Elbe entlang. Zumindest normalerweise. Als ich mich aufmachte diesen zu erkunden wurde ich leider enttäuscht. Aufgrund der hohen Temperaturen und anhaltenden Trockenheit war nicht mehr als ein Pfützchen zu sehen. Literally. Das war so erschreckend, dass ich nicht mal ein Foto zum Zeigen habe.

Counterparts + Sum 41

Kaum ein Monat ohne Konzerte. Diesmal ging es ins Naumanns zu Counterparts, die ich bisher 2x als Vorband gesehen hatte. Alle Songs, die ich hören wollte, wurden gespielt, die Meute ging gut mit und im Naumanns gibt’s Mate. Schöner Abend! Außerdem habe ich die tschechische Band Skywalker kennengelernt, die ich live beeindruckend fand und die auf mich wirken, als würden sie am Anfang einer Erfolgswelle stehen. Im März sind sie das nächste Mal hier, ratet mal wer auch da sein wird.

Außerdem begab ich mich mit (zu dem Zeitpunkt noch) Freundin und Decke im Schlepptau in Richtung Parkbühne. In den fast 4 Jahren, die wir hier wohnen, ist es das erste Mal, das wir uns tatsächlich zu einem Konzert dorthin begeben haben, um selbigem von außen zu lauschen (statt vom Balkon, Dach oder bei offenem Fenster). In dem Fall Sum 41, die ich 2 Jahre vorher auf dem Highfield live gesehen habe, weswegen ich ungefähr ahnte, was uns dort erwartet.

Mit den neueren Sachen kann ich – wie so oft – nicht allzu viel anfangen. Zum Glück sind die Jungs nicht schüchtern viele, viele alte Schinken rauszuhauen. Besonders schön war für mich, dass sie Faint, einen Linkin Park Song, gecovert und dem damals vor gut einem Jahr verstorbenem Chester Bennington gewidmet haben. Schöner Moment.

Hochzeitsbekleidungsverachtung

Die im Intro angesprochene gewaltige Ausnahme war meine Hochzeit Ende August. Nach etwas hin und her haben wir uns für eine Feier im kleinen Rahmen entschieden. Knappe 20 Leute, keine ausufernde Zeremonie, fein essen, bissl Spaß haben und dann wieder ab nach Hause. Der Weg dahin ist fast einen eigenen Artikel wert, zusammenfassend aber nur so viel: wir wollten etwas machen, was zwar besonders ist, aber was auch uns entspricht.

Das war z.B. auch der Grund dafür, dass ich eine kurze Anzughose tragen wollte. Bei einer Tour durch die dafür typischen Läden der Innenstadt stellten wir recht schnell fest, dass es sowas kaum bis gar nicht von der Stange gibt. Es musste also eine Hose gefunden und gekürzt werden. Da ich dort vorher gut und ehrlich wegen eines Jacketts beraten wurde, entschieden wir uns für Breuninger. Da treffen natürlich Welten aufeinander. Schnöselausstatter vs Enno, der, wenn er zu Faul ist seine Haare zu machen, einfach eine Mütze aufsetzt.

Die mich kurze Zeit vorher noch kompetent beratende Dame war leider nicht mehr da. Ihre Vertreterin war wie zu erwarten nicht sonderlich begeistert von der Idee eine der langen Stoffhosen zu verstümmeln und eine Kurze daraus zu mache. Ihre Reaktion war aber noch nichts gegen die der Schneiderin, die herauf beschworen werden musste um die Änderungen mit uns abzuklären. Was ein unsympathisches Stück Mensch.

Nachdem wir all ihren Versuchen uns diese Idee auszureden und den damit einhergehenden enttäuschten bis verachtenden Blicken widerstanden, ging es ans Messen der Hosenlänge. Je mehr Zeit ich in Anwesenheit dieser Frau verbrachte, desto schlimmer wurden meine Befürchtungen, was alles schief gehen könnte.

Während ich in der Umkleide war, unterhielten sich die 3 Damen – meine Bald-Ehefrau, das tapfere Schneiderlein und die Beratungstante – über irgendwelches Näh-Saum-Trallala. Als ich dazukam und – da es ja meine Hose war, über die hier philosophiert wurde – wissen wollte, was hier ggf. ausgemacht wurde, erzählte die Schneideren Sachen, die ich nicht verstand. Ich bat meine Freundin um Erklärung und nach investigativer Nachfragerei meinerseits konstatierte ich “aber das trifft doch auf die Hose gar nicht zu?!”, was die 3 erleichtert bejahten. Sinnlose Diskussion also. Als die Beratungstante daraufhin scherzend “hätten wir über Fußball gesprochen, hätten Sie es sicher sofort verstanden” vom Stapel ließ, war es um mich geschehen.

Saint Anger
Saint Anger 'round my neck

Ich wies die Dame in nicht mehr so nettem Ton daraufhin, dass ich, wenn ich Geld für Anpassungen ausgebe, doch wohl erwarten kann, dass man mir in verständlicher Sprache erklärt, welche Probleme das mit sich bringt. Plötzlich ging alles ganz schnell, die Schneiderin verschwand wieder an den magischen Ort, aus dem sie heraus beschworen wurde, man drückte mir einen Zettel mit der Auftragsnummer in die Hand und ein ungutes Gefühl gab’s kostenfrei obendrauf.

Was mich daran hinderte tableflippend den Laden zu verlassen, war meine bessere Hälfte, die mich ruhig und sachlich darauf hinwies, dass die beiden Trullas zwar einen an der Waffel haben, wir ja aber jetzt genau das haben, was wir wollen. Schlussendlich bin ich mit dem Ergebnis auch zufrieden, aber was ein sinnlos anstrengender, komplizierter Weg dorthin. So schnell muss ich da keinen Fuß wieder reinsetzen.

Der große Tag 👰🤵

Unsere Hochzeit war sehr, sehr schön und mit wenigen Abstrichen – of course – lief alles unseren Vorstellungen entsprechend. Dass ich morgens noch ein paar Wege zu erledigen hatte (Blumen abholen, Deko zum Restaurant bringen) half von der Aufregung abzulenken. Als ich wiederkam, traf Teil 1 der Family auch schon ein. In all dem Trubel haben meine Frau und ich es tatsächlich geschafft uns einzukleiden. Mit Selfie-Stick und liebevoll vorbereiteten Fahrscheinen1 ging es auf Richtung Straßenbahn, die uns zum Rathaus geleiten sollte.

Pimp My Fahrschein
Pimp My Fahrschein

Dort angekommen trafen wir auf Teil 2 der Familie. Nach großer Begrüßungsrunde versuchten wir den Raum zu finden, in dem unsere Trauung stattfinden sollte. Da sich zum vereinbarten Termin so gar nichts in der Etage tat wurden wir nervös und fragten uns, ob wir wirklich richtig waren. Glücklicherweise öffnete sich irgendwann doch noch eine Tür, die Trauung vorher dauerte scheinbar etwas länger. Vermutlich hatte sich rumgesprochen, dass ich heiraten würde und alle hatten sich auf ein Mindestmaß an Unpünktlichkeit eingestellt.

Die Standesbeamtin wirkte in einem Vorgespräch etwas verpeilt, aber machte ihre Sache ganz gut, auch wenn sie sicher gern noch etwas mehr über die Bedeutung des Konzepts Liebe philosophiert hätte. Während der Trauung liefen 2 Songs von Rise Against und einer von A Day To Remember. Ich finde das mit dem “es soll uns entsprechen” ist ganz gut gelungen.

"Handschriftlich unterschreiben? What? Wie ging noch mal ein H?"
"Handschriftlich unterschreiben? What? Wie ging noch mal ein H?"

Anschließend wurde etwas Sekt und Saft geschlürft bevor es – oh ja – mit einer Hummer-Stretchlimousine zu unserem Lieblingsitaliener ging. Riesengaudi für alle Beteiligten, nicht nur der wummernde Bass in den von der Diskokugel beleuchteten Ledersesseln, auch das rückwärts auf eine Hauptstraße auffahren mit dem Gefährt war ein Erlebnis.

Gut gesättigt ging es zum Minigolfen in den Park umme Ecke, woran auch die ältere Belegschaft nach etwas Aufwärmzeit Gefallen fand. Nach einer finalen mit Unterstützung unseres von Luftballons verzierten Handwagens durchgeführten Kuchenpause verabschiedete sich die Hochzeitsgesellschaft nach und nach.

Adrett gekleidet und Spaß dabei
Adrett gekleidet und Spaß dabei

Der Tag war wirklich schön, aber auch sehr anstrengend, weswegen wir nicht nur an diesem Abend tot ins Bett gefallen sind, sondern auch am nächsten Tag nur auf Standby funktionierten. Schönes neues Eheleben.

Und sonst so?

Zum mittlerweile jährlichen Sommerfest meiner Eltern ging es in die Heimat, wo ich nicht nur auf Freunde meiner Eltern traf sondern einen Tag später auch auf länger nicht mehr gesehene Verwandtschaft in Form von 3 Cousins und 1 Cousine. Feini.

Außerdem war ich hinsichtlich meiner anhaltenden Stimmprobleme beim Neurologen und in der Phoniatrie der Uniklinik. Der Neurologe war ein Reinfall, der sich im Prinzip nur drüber beschwert hat, dass die Ärztin mich zu ihm überwiesen hat, weil sie selbst nicht weiter wisse. In der Phoniatrie war es ziemlich awesomst, weil die solides Equipment stehen haben. Leider hat auch dieser Termin kein wirklich neuen Erkenntnisse gebracht.2 Ich bleibe ein medizinisches Mysterium.

Außerdem hat sich ein ehemaliger Arbeitgeber bei mir gemeldet wegen Unstimmigkeiten bei einer Steuerprüfung, weswegen ich jetzt eine gute Stange Geld nachzahlen müsse. Das ging zum Glück gut aus, aber hat mich einige Nerven, unschöne Telefonate und meinen Fahrradhinterreifen gekostet. Ok, ich hätte mit der Geschwindigkeit nicht den Bordstein hoch fahren müssen. Aber es stand einer der unschönen Telefontermine an und ich wollte rechtzeitig zu Hause sein. Einigen wir uns also darauf, dass ich nichts dafür kann, ok?

Bei einem als Mini-Pokemon-Tour getarnten Trauzeugengespräch habe ich mir einen kleinen Snack beim Dönermann bestellen wollen, genauer gesagt eine Portion Pommes. Da die Pommesschälchen gerade aus waren, musste ein Teller her. Da der Teller aber größer als die Schälchen waren und der Verkäufer ein schlechtes Gewissen hatte, wurden aus einer kleinen Portion gefühlte 17. Da ich Essen ungern wegwerfe, mussten die Pommes jedoch alle ihren Weg in meinen Magen finden, was dazu führte, dass ich bei der anschließenden Pokemon-Tour selbst wie ein Relaxo durch den Park rollte.

Soviel zum August, doch was passiert im September? Zum einen waren wir auf Mallorca, außerd… hey! Wieso muss ich eigentlich immer einen Cliffhanger schreiben? Seid gefälligst einfach neugierig und freut euch drauf, egal ob ich was anteasere oder nicht! Das wird man ja wohl noch nicht sagen dürfen.


  1. Anmerkung der Lektorin: “zur Hochzeit darf es ein bisschen kitschig sein 🙈”

  2. Außer dass ich gelernt habe, dass man sich in der Uniklinik auch mit Termin immer brav an der Rezeption melden muss, wenn man tatsächlich drankommen will.

28. Januar 2019