Schlagzeilen

Und sonst so – Februar 2018

Als ihr über meinen im Juni veröffentlichten Januar-Rückblick geschmunzelt habt, hättet ihr sicher nicht gedacht, dass das Februar-Äquivalent bis November brauchen würde, oder? Ich auch nicht. Allerdings stehen die im Juni ausrangierten Wände meiner ehemaligen Gesangskabine noch immer im Hausflur, die Hochzeitsbilder aus dem August sind auch noch immer nicht aussortiert und gestern habe ich nach einem Jahr das erste Mal mein Helix-Board an meinen Rechner angeschlossen. Nur folgerichtig, dass die Monatsrückblicke sich auch entsprechend ziehen.

Glücklicherweise habe ich noch nicht vergessen, dass ich vergesslich bin, und mir rechtzeitig entsprechende Notizen gemacht. Ein Gedächtnisprotokoll-Blogger-Lifehack™.

Royal Rumble

Wie bereits angekündigt gab es zum mittlerweile 3. Mal ein gemeinsames Royal-Rumble-Gucken in meinen 4 Wänden. Der Royal Rumble ist eine jährlich stattfindende Wrestling-Großveranstaltung, dessen größte Attraktion und Namensgeber das Royal-Rumble-Match ist. Dabei kommen nach und nach 30 Wrestler – und in diesem Jahr erstmals auch Wrestlerinnen – im 90 Sekunden Abstand zum Ring. Wer über das oberste Seil aus dem Ring geworfen wird1, scheidet aus. Wer zuletzt übrig bleibt, gewinnt und hat eine garantierte Möglichkeit auf ein Match gegen den aktuellen Champion.

In dem ca. 60 Minuten langen Spektakel passieren all die Dinge, die dieses Event ausmachen: überraschende Teilnehmer, kreative Eliminierungen und ein bisschen Comedy. Alles in allem sehr unterhaltsam und kurzweilig, weswegen sich diese Wrestling-Veranstaltung als Einzige im Jahr dazu eignet, gemeinsam geschaut zu werden.

Dieses Jahr hat sich das auch wieder gelohnt. Im letzten Jahr habe ich mich nur aufgeregt und daraufhin meine WWE-Network-Mitgliedschaft gekündigt. Dementsprechend war die Messlatte für einen Erfolg dieses Jahr sehr, sehr niedrig. Zwar waren die letzten beiden Teilnehmer, bei denen immer die Hoffnung auf große Überraschungen besteht, wieder enttäuschend. Dafür hat aber nicht wie so oft einer von den Alteingesessenen gewonnen, sondern mit Shinsuke Nakamura ein bis dato seit gerade einmal 9 Monaten in der WWE befindlicher Neuzugang aus Japan. Unüblich. Auch Finn Balor, einer meiner Favs, kam gut bei weg. Und Rey Mysterio, mein Fav in früheren Jahren, hatte für mich unerwartet ebenso einen Auftritt. Daumen hoch, gerne wieder.

Süßkartoffelpommes

Seit geraumer Zeit steht bei uns eine von den Schwiegereltern überlassene Fritteuse in der Speisekammer, die wir nach langer Wartezeit im Februar endlich einweihten. Ziel war omnomnomme Süßkartoffelpommes selbst zu machen. Betrachtet man den zeitlichen Aufwand sowie den omnipräsenten Geruch und wiegt das gegen das enttäuschende Ergebnis auf, ist auch klar, warum wir das seitdem nicht noch mal probiert haben.

Allerdings wird es tatsächlich diesen Mittwoch eine Wiederholung geben. Wenn es läuft wie bisher, schreibe ich dann im Juli 2020 darüber.

Zentralstadionentjungferung

Aufgrund einer Rabattaktion fanden wir uns zu fünft beim Bundesligaspiel des RB Leipzig gegen den FC Augsburg wieder. Es war arschkalt. Decken, Wärmepflaster und Eiszeitkleidung FTW! Es sollte der letzte Sieg des RBL in einer langen Zeit sein. Gern geschehen 🙏

Kulisse und Atmosphäre sind erstaunlich. In Magdeburg habe ich auch 2 Fußballspiele im Stadion gesehen, aber das war etwas anderes. Zum einen keine Bundesliga, zum anderen nicht in der Dunkelheit, d.h. ohne Flutlicht. Ich kann mich da sehr gut fremdfreuen. Für all die Fans, die das megamäßig feiern.

Wie bei einem Rammstein-Konzert empfehle ich das unbedingt weiter, wenn man es noch nicht erlebt hat, muss es aber selbst nicht noch mal machen. Dafür liegt mir der Sport nicht genug am Herzen und die Leute, mit denen man dort so sitzt, sind ein Querschnitt der Gesellschaft, d.h. zu viele Affen dabei. Mein Schwager wurde z.B. von der Security abtransportiert, nachdem Zuschauer ihm gegenüber handgreiflich wurden, weil er ihnen zu lang im Weg rumstand 🙄

Pisse und Fckr

Zwar bin ich Gitarrist einer Skatepunk-Band, dennoch kann ich mit dem Punk-Genre an sich immer weniger anfangen. In der Hardcore-Szene habe ich das Gefühl, dass der Fokus darauf liegt, die Welt tatsächlich zu einem besseren Ort zu machen, Empathie zu vermitteln und die Hoffnung am Leben zu halten – so hippiemäßig das auch klingen mag. Beim Punk, wie ich ihn erlebe, habe ich gelegentlich den Eindruck, dass alles Scheiße ist, darum alles egal ist bzw. die Lösung darin besteht, viel Alkohol zu trinken und rumzupöbeln.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich unberechtigterweise viele Ausprägungen des Banners “Punk” über einen Kamm schere und dort viele Leute großartige Initiativen starten und wichtige Arbeit verrichten. Allerdings schrecken mich einzelne Eindrücke auf Konzerten immer wieder ab und zeigen mir, dass das nicht die Subkultur ist, der ich mich zugehörig fühle.

Auf der anderen Seite haben Freunde immer wieder freudestrahlend von Konzerten der Bands Pisse und Fckr berichtet. So kam es, dass wir uns zu dritt auf den Weg ins Berliner SO36 machten. Für mich war das deswegen schon besonders, weil ich hier eines meiner besten Konzerte erlebt habe. 2006, bevor Rise Against all die Kackalben – hello, this is Grumpy-Old-früher-war-alles-besser-Enno speaking – veröffentlicht haben, sah ich sie hier zum ersten Mal live. Wäre ein perfektes Konzert gewesen, wenn meine Freundin bei der Zugabe nicht plötzlich Kreislauf bekommen hätte.

Gefühlt hat sich in dem Schuppen nichts verändert. Was gut ist, denke ich. Ich habe mich dort jedenfalls wohl gefühlt.

Die Bands, die gespielt haben waren dope. Die erste Band Universum war vor allem lustig. Fckr haben mir sehr gut gefallen, mit Pisse hingegen konnte ich wenig anfangen. Vor allem aber war das Publikum interessant zu erleben. Wie schon beim Kettcar-Konzert führte ich meine Sozialstudie fort. Was für Leute zieht so ein Konzert an? Wie bewegen sie sich zur Musik? Trinken sie Bier, Rotwein oder Osaft?

In dem ausverkauften Laden herrschte eine astronomische Stimmung. Und es war keinesfalls das oben beschriebene Pöbelpunk-Klientel, das ich erwartet hatte. Wieder zu viele Vorurteile die Herrschaft übernehmen lassen, wa Enno? Lesson learned.

Dennoch gilt auch hier: war lustig, aber muss nicht noch mal sein. Grüner Haken hinter.

Fielmanns Service Paradies

In Vorbereitung auf den anstehenden Neuseelandtrip hat sich gezeigt, dass wir neue Sonnenbrillen brauchen. Über die laut EU-Regelung ausreichenden 380nm-Brillen lacht sich die Sonne über der südlichen Hemisphäre kaputt. 400nm sind the real Deal.

Wir also mit unserer Outdoor-Denke in den Sportscheck, wo das Hauptkriterium von Sonnenbrillen herausstechende Hässlichkeit zu sein scheint. Ganz unabhängig davon, dass die Frage, ob die jeweilige Brille den geforderten 400nm-Schutz bietet, oft nicht beantwortet werden konnte.

Nach kurzem Schulterzucken schritten wir also in Richtung nächster Optikerfiliale: Fielmann. Tatsächlich findet sich für Brillenlaufkundschaft wie uns nahe dem Eingang eine Sonnenbrillenwand. Ich fühle mich wie Scrat im Eichelhimmel.2 Die Modelle sind nicht nur angenehm schlicht, sondern weisen in nahezu allen Fällen den 400nm-Schutz aus. Großartig. Dazu waren die Modelle auch noch günstiger als alles, was wir im Sportscheck sahen. Und damit nicht genug.

Statt uns möglichst schnell abzufertigen um sich wieder den wesentlich zahlungswilligeren Kunden widmen zu können, die richtige Brillen brauchen, wurde meine Brille noch auf meine krumme Nase eingestellt. Ein kostenloses Putztuch und viel zu edel anmutendes Stoffetui gab es noch obendrauf. Zu einer 20€ Sonnenbrille. Is this real life?

Meine Brille, ich und neuseeländische Hügel

Wie man vielleicht merkt hat mich dieser Service und die Freundlichkeit der Mitarbeitenden bei Fielmann nachhaltig beeindruckt. Schade, dass ich für diese Ausführungen nicht bezahlt werde.

Quiz Night im English Room

Jetzt macht er schon wieder unbezahlte Werbung! Der English Room ist eine Kombination aus Sprachschule und Café bei uns um die Ecke. Halbwegs regelmäßig werden dort Quiz Nights veranstaltet. Ich kenne das aus anderen Lokalitäten in Leipzig und bin da generell so semi-heiß drauf. Mein quiz-fähiges Allgemeinwissen schwebt konstant auf dem Rookie-Level, was mir in solchen Situationen etwas in die Quere kommt.

Es kam, wie es kommen musste. Meine einzigen beiden Beiträge zum Teamerfolg an dem Abend waren natürlich in den Bereichen Musik und Informatik angesiedelt. Zum Einen mussten Musikvideo-Screenshots einem Song zugeordnet werden. Zum Anderen sollte das Jahr geschätzt werden, in denen das Internet kommerzialisiert wurde. My time to shine!

Daredevil Staffel 2

Jedem, der mich in der Vergangenheit nicht genervt zum Stillschweigen bewogen hat, erzähle ich immer und immer wieder, dass Daredevil für mich die beste Serie ever ist. Natürlich auch meiner besseren Hälfte. Darum ließ sie sich schließlich doch darauf ein, mit mir die beiden bis dato veröffentlichen Staffeln anzutun.

Auch beim für mich zweiten Mal Durchsehen der zweiten Staffel die gleiche Erkenntnis: Staffel 2 ist wesentlich schwächer als die erste. Mich beschleicht das Gefühl, dass die Staffel eher gedacht war, um die Defenders vorzubereiten, statt wirklich die Geschichte des Protagonisten weiter zu erzählen. Dennoch wert erneut geschaut zu werden, auch wenn für mich manches nicht ganz so schlüssig ist.

Und wo wir gerade dabei sind: Staffel 3 gab es diesen Monat und es ist die Beste von allen. Liebe neu entfacht.

Freiberg-Auftritt

Am Abend vor dem Start des Neuseelandtrips gab es noch einen Gig zu giggen im TrainControl in Freiberg. Für mich der bis dato beste Auftritt. Das Team war gut drauf, der Ton auf der Bühne hat das erste Mal wirklich gestimmt und es hat alles gepasst irgendwie.

Vielleicht lag es daran, dass ich wusste, dass mein Urlaub am nächsten Tag beginnt. Vielleicht, weil wir das erste Mal einen neuen Song gespielt haben, an dem ich mitgeschrieben habe. Vielleicht, weil ich das eingangs erwähnte Helix-Board zum ersten Mal – und zur großen Freude des Tonmenschen – live verwenden konnte.

Gute Zeit gewesen, würde dort auch jederzeit wieder spielen.

Und sonst so?

Schön war auch, dass ich dem Schneechaos Ende Februar entkommen bin, weil wir rechtzeitig abgehauen sind um uns eine wunderschöne Zeit in Neuseeland zu machen. Dazu wird es selbstverständlich auch noch etwas zu lesen geben – mehr als einmal. Aber wie ihr wisst, will gut Ding vor allem hier Weile haben.


  1. Und mit beiden Füßen auf den Boden kommt. Was wichtig ist, denn dadurch ist sowas im Rahmen des Möglichen.

  2. Ice Age! Nicht was ihr denkt, Ferkel!

17. November 2018