Schlagzeilen

Und sonst so – Juli 2018

tl;dr: The Sommer continues. Grillerei, Baderei, Besucherei, Sportlerei, Mukkerei und – last and but unfortunately not least – Stimmerei.

Ein bisschen wehmütig kann man schon werden, wenn man aus dem Fenster schaut, die mit Restweiß bedeckten Dächer sieht, sich dran erinnert, wie man sich vor 2 Tagen auf dem Weg zum nächsten Cityflitzer die Ohren abgefroren hat, nur um anschließend beim Eiskratzen die eigenen Finger schockzufrosten, und jetzt darüber schreiben soll, wie viel Zeit man bei über 30 Grad im Wasser oder um Grillgut verbracht hat. What a difference ein halbes Jahr makes.

Grill-Skillz

Ging es eigentlich nur mir so, dass man sich als Jungspund stets euphorisch an den Tisch begab, wenn es hieß, dass heute gegrillt wird? Und sich auf all die Gaumenschmeicheleien freute, die vorbereitet neben dem Grillrost geparkt wurden, nur um dann nach jeweils einem Berner Würstchen und Putensteak festzustellen, dass man über zu wenig Magen für so viel Essen verfügt? Mittlerweile habe ich dazu gelernt und weiß die Menge an zuführbarem Gegrillten besser einzuschätzen. Aber hat gedauert!

Im Juli vergangenen Jahres fand ich mich mit der Aufgabe konfrontiert, unseren kleinen süßen 10€-Obi-Kugelgrill zu Freunden zu transportieren, die selbst keinen Grill besaßen. Glücklicherweise parkt bei uns im Keller ein kleiner Handwagen, der sich über jeden Einsatz freut, egal ob zum Transportieren von Spielplatzutensilien…

They see me rollin
They see me rollin'

… oder um einen Grill von A nach B zu geleiten.

They hatin
They hatin'

Mit Fahrrad wird aus einem solchen Transport jedoch schnell ein logistisches Abenteuer. Keine zu rapiden Tempoänderungen, beim Kurvenfahren den langen Hintern mitbedenken, ganz zu schweigen vom Transport des Handwagens durch ein Treppenhaus. Aber die Mission sollte von Erfolg gekrönt sein und am Ende des Tages war noch Zeit für moderne Grillkunst.

Provokante Komposition eines aufstrebenden Lebensmittelkünstlers
Provokante Komposition eines aufstrebenden Lebensmittelkünstlers

Einige Tage später habe ich beim Zubereiten eines Steaks – eine Aufgabe, die für den kleinen Kugelgrill Neuland war – schmerzlich erfahren müssen, dass ich dem Kleinen wegen falscher Verwendung all die Jahre nicht sein volles Potential zugestanden habe. Als ich nach einiger Zeit des 🤔s resignierte und das Steak in der Pfanne fertig zubereitetetete, verschrieb ich mir selbst Nachhilfe im Bereich Grilltheorie.

Bis dato ahnte ich nicht, dass Grillen vor allem für den männlichen Part unserer Spezies ein Religionsersatz zu sein scheint. Erstaunlich, wie sehr man den deutschen Volkssport Grillen zerdenken, wie viel Zeit man investieren und für jeden Pups irgendein maßlos überteuertes Zubehör kaufen kann. Zumindest weiß ich jetzt, was indirektes Grillen ist und dass die Briketts tatsächlich auf dem unteren Rost platziert werden wollen, nicht darunter. Das erschien mir anfangs sinnbefreit, aber hey, man lernt nie aus.

Unterwassersaltorekord

Es gab Jahre, in denen ich nicht dazu gekommen bin überhaupt in einem der zahlreichen Leipziger Seen zu baden. Und dann gab es 2018. Noch nie war ich so versessen darauf, mich aufs Rad zu schwingen und den dreiviertelstündigen Weg durchs Grüne zu beschreiten für ein paar Minuten Abkühlung.

Marienkäfer im Handrückenbehaarungslabyrinth
Marienkäfer im Handrückenbehaarungslabyrinth

Dabei habe ich meine Freude an der Jagd nach meinem persönlichen Unterwassersaltorekord wiederentdeckt. 10 vorwärts, 7 rückwärts. Allerdings musste ich gleich 2x feststellen, dass die Schleimhäute in meiner Nase diese Faszination nicht teilen und aus Protest beschlossen anzuschwellen. Was anfangs wie der Start eines bösen Schnupfens wirkte, legte sich aber glücklicherweise genauso fix wieder.

Besuche Galore

Im Juli startete eine neue Logopädie-Session. Schon beim ersten Besuch – ja, das ist die Referenz zur Überschrift – hatte ich ein seltsames Gefühl, da meine Logopädin und ich nicht auf einer Wellenlänge waren. Sie war ein besonderer Schlag Mensch, laut, crazy, aufgekratzt und gleichzeitig etwas socially awkward. Da aber alles andere bisher auch nur keinen Erfolg gebracht hat, ließ ich es auf einen Versuch ankommen. Kurzzeitig stellte sich sogar etwas Besserung ein, leider nicht von langer Dauer. Dödüm.

Hin zu den erfreulicheren Besuchen: Anfang des Monats beschlossen Freunde, dass unsere heimischen 4 Wände die letzten sein sollen, in denen sie vor ihrer großen Weltreise nächtigen. Bei ihrer Ankunft war ich jedoch nicht zuhause, da ich mich noch auf der Rückreise vom Überraschungsbesuch zum Geburtstag meiner Mama befand. Der wiederum ergab sich, weil ich am Wochenende der eigentlichen Feier andere Freunde in Dresden besuchen wollte. Und ihr fragt mich immer, warum ich ständig verplant bin.

Eine Woche später stand ein weiterer Besuch bei der Family aus Halberstadt an. Es erstaunt mich oft sehr, wie günstig man Mietwagen schießen kann. Bei 50€ + Tankkosten für ein Wochenende ist das Mehr an Flexibilität den dann nur noch sehr geringen Aufpreis im Vergleich zur Deutschen Bahn wirklich wert.

Sport a.k.a. Muskelkater or didn’t happen

Alle Jubeljahre lasse ich mich dazu überreden mit Freunden und Freundesfreunden Hallenfußball zu spielen. Anfangs bin ich stets maximal motiviert, fast euphorisch. Nach spätestens 10 Minuten zeigt sich aber mein Konditionsdefizit sehr deutlich, so dass es nicht so schlimm ist, mal etwas länger im Tor zu stehen. Mehrtägiger Muskelkater und Blasen am Fuß sind ebenso garantiert wie die Feststellung, dass ich eigentlich viel öfter fußballieren sollte, ohne dem schlussendlich auch Folge zu leisten.

Insta-Story-Bilder-Recycling
Insta-Story-Bilder-Recycling

Außerdem habe ich seit Ewigkeiten wieder Volleyball gespielt. Auf Sand. In einer Halle. Seltsame Kombo. Besagter Sand machte mir zu schaffen, mehr als erwartet. 3 gegen 3 ist bei meinem Lungenpensum aber auch eine wahnwitzige Idee gewesen. Die Kollision mit einem Mitspieler, nach der ich mit all der mir zur Verfügung stehenden vorgetäuschten Männlichkeit versuchte meinen Schmerz nicht anmerken zu lassen, war das Sahnehäubchen.

Auftritt und Fotoshooting

Nach über einem Jahr Bandzugehörigkeit war es an der Zeit auf den Promoseiten unserer Band das alte Foto des Dreiergespanns durch eine Ablichtung des Quartetts inkl. 100% mehr Enno zu ersetzen. Vonstatten ging das Shooting vergleichsweise uninspiriert in einem alten Industriekomplex nahe unserem Proberaum. Die Ergebnisse wussten zu gefallen.

Wer grinst, verliert
Wer grinst, verliert

Zudem stand der erste Auftritt seit Februar, also seit 5 Monaten an. Der versprach auch echt gut zu werden. Gutes Wetter (habe ich schon erwähnt, dass ich den Sommer liebe?), Skatecontest vorneweg und gut gelaunte Meute. Aber im Zweifel finde ich immer irgendwas, woran ich mich aufhängen kann.

In dem Fall fiel es schwer sich aufs Spielen zu konzentrieren, weil die ganze Zeit ein Aufblas-Flamingo, ein Schwimmring und Feuerwerkskörper um die Aufmerksamkeit der Anwesenden wetteiferten. Unser Sänger war außerdem stimmlich angeschlagen und Last-Minute wurden wochenlange Absprachen über den Haufen geworfen. Schwieriges Setting, ich bin einfach nicht rein gekommen, aber ich glaube die Anwesenden hatten einen lustigen Abend.

Schwimmring-Stagediving
Schwimmring-Stagediving

Und sonst so?

Das ist die Sektion wo ich endlich erwähnen darf, wie toll ich die zweite Staffel von Glow fand, richtig? Und was für ein seltsames Ende Luke Cage in der ebenfalls zweiten Staffel genommen hat. Neben Serien gab es zur Abwechslung auch mal Real-Life-Schauspielkunst im Freilufttheater am Gohliser Schlösschen zu bewundern. Theater ist nach wie vor nicht meins, aber es war eine gelungene Abwechslung.

Requisite
Requisite

Als ich versuchte einen Termin bei meiner Augenärztin – endlich wieder Ü30-Themen! – auszumachen, wurde ich via Bandansage darauf aufmerksam gemacht, dass genau heute der Urlaub begonnen hatte, weswegen ich mich doch bitte bei der Vertretungspraxis melden soll. Dort angerufen teilte mir ebenfalls eine Bandansage mit, dass heute der letzte Urlaubstag sei und ich mich doch bitte bei der Vetretung melden soll, die in dem Fall – genau – meine ebenfalls im Urlaub befindliche Augenärztin war. Real-Life-Endlosschleife.

eBay Kleinanzeigen ist immer noch Mist. Person A kommt nicht, Person B meldet sich irgendwann nicht mehr und Person C denkt sich warum googlen, wenn man auch Enno nerven kann. Ansonsten waren wir mal wieder bei uns auf dem Dach um uns den Blutmond (remember?) zu geben und nebenbei noch den in der Parkbühne spielenden Feine Sahne Fischfilet zu lauschen.

Blutmond ist komplett im Arsch und weiß nicht wohin mit sich
Blutmond ist komplett im Arsch und weiß nicht wohin mit sich

Und womit geht’s im August weiter? Auf jeden Fall mehr Sommergeschichten, ein Stimmen-Update und in dem ein oder anderen Nebensatz erwähne ich sicher auch meine Hochzeit.

24. Januar 2019