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Und sonst so – Mai 2018

tl;dr: Krankheit, noch mal Krankheit, Konzert, noch mal Konzert, Ballonfahren, Heiratsbürokratie und Guilty Pleasures.

Der Mai ist erfahrungsgemäß ein Monat, in dem ich vor Energie strotze. Ich fühle mich… neu neugeboren wäre etwas übertrieben, aber… sagen wir wie ein Safcon, das sich aus seinem Panzer befreit, seine Flügel ausbreitet und nach langer Wartezeit zu Smettbo wird. Haha! Als Sonnenkind gibt es für mich endlich Temperaturen, mit denen sich etwas anfangen lässt.

Sowohl 2017 als auch 2018 stellen die Mais jedoch auch eine traurige Zäsur dar was meine Stimmenprobleme angeht. Aber es sind auch viele, viele wesentlich erfreulichere Sachen geschehen.

Extreme Rumkränkeling

Ende April angefangen bis in den Mai hinein ereignete sich eine zumindest von außen unterhaltsame Abfolge von Krankheitstagen. Mein Immunsystem schien bereits seit 2 Monaten im Urlaub. Seinen Peak erreichte dieser immunseitige Streik, als ich in 2 Wochen ganze 3 Tage gearbeitet habe.

Wenn ich merke, dass ich krank werde, bleibe ich ganz gern ein oder zwei Tage zuhause um zu verhindern, dass sich irgendwas breit macht, was mich für längere Zeit aus den Latschen haut. So blieb ich einen Montag daheim, ging die 2 Tage darauf wieder arbeiten, nur um festzustellen, dass der eine Montag Erholung nicht zur Genesung ausreichte. Also noch mal Donnerstag und Freitag daheim geblieben und voller Elan in den Montag gestürzt. Auch hier zu früh gefreut.

Am darauf folgenden 1. Mai habe ich beschlossen es jetzt mal mit 3 Tagen zu versuchen und den Rest der Woche daheim zu bleiben. An diesem Punkt hat mein Körper sicherlich eingesehen, dass alles andere lächerlich wäre, und beschloss sich der Keime endgültig zu entledigen. Endlich! Oder?

Nope! Mitte des Monats meldet sich erneut eine Erkältung an. Da ich die Faxen mit der On/Off-Arbeiterei aber Dicke hatte, gab’s Home Office, anhand des folgendes Bildes sind die jeweiligen Tage zu erraten (Mittwoch musste ich raus zum Frisör):

Step By Step, uuuuh Baybääääähhäh
Step By Step, uuuuh Baybääääähhäh

Ballonfahrt

Es scheint paradox, dass 2 Menschen mit mehr oder weniger ausgeprägter Höhenangst den Wunsch hegen via Ballon die Lüfte zu erklimmen. Aber ja, genau das taten meine Frau und ich. Das Datum dafür wurde schon einige Male verschoben, da die Witterungsbedingungen nicht stimmten. Anfang Mai war es dann aber soweit. Es war wunderschöner blauer Himmel, perfektes Ballonwetter sollte man meinen. Vor Ort angekommen teilte man uns aber mit, dass noch nicht ganz raus ist, ob wir heute starten oder nicht. Grund: grenzwertig starker Wind.

Wir sahen nicht nur zu, wie der Ballon nach und nach seine volle Größe entfaltet, sondern “durften” beim Aufbau mithelfen. Vom Anhänger runter tragen, fein ausbreiten und die Männlichsten unter den heutigen Teilnehmern durften auch an die Seile um den Ballon beim Luftbefüllen im Gleichgewicht zu halten. Selbstverständlich zählte ich nicht dazu.

Glücklicherweise wurde entschieden, dass wir den Termin nicht ein weiteres Mal verschieben. Zumal wir so schön beim Aufbau geholfen hatten. Der eigentlich Start war für mich etwas creepy. Ich kann gar nicht genau sagen warum, ich glaube die Zeit zwischen “ok, wir heben ab, noch könnte ich rausspringen” und “wir sind hoch genug, ab jetzt würden wir eh sterben” zog sich unerwartet lang. Klar erlebt man sowas mal in Fahrgeschäften oder im Flugzeug, aber ohne Schutz war das etwas komplett anderes.

Leipzig von oben
Leipzig von oben

Was so ein Heißluftballon für ein gigantisches Teil ist. Wie laut und heiß die scheiß Brenner sind. Wenn die feuerspeienden Metallkonstruktionen mal etwas länger an sind, fängt die Kopfhaut tatsächlich an zu schmerzen. Darum also der Hinweis neben Jacke und festem Schuhwerk auch eine Kopfbedeckung mitzubringen.

Burn MF, Burn
Burn MF, Burn

2 Sachen habe ich vorher unterschätzt. Zum einen wie eng es in dem Korb werden würde. Ich ging davon aus, dass insgesamt vielleicht 4 oder 6 Passagiere erlaubt wären. Aber nein, wir waren zu zehnt. Habe ich erwähnt, dass meine Frau in Fahrstühlen hin und wieder Platzangst bekommt?

Claustrophooobiaaaa
Claustrophooobiaaaa

Zum anderen habe ich mir nie die Frage gestellt, wie genau wir eigentlich wieder auf den Boden gelangen. Antwort: Augen zu und durch. Folgendes Bild gibt hoffentlich Aufschluss:

Warum hat niemand bei der Landung geklatscht? 🤔
Warum hat niemand bei der Landung geklatscht? 🤔

Als uns zum ersten Mal offenbart wurde, das wir bei der Landung schnurstracks den Boden anvisieren, ein paar Mal aufsetzen und höchstwahrscheinlich umkippen würden, hielt ich das für einen Scherz. Es geht auch bis heute nicht in meinen Kopf rein, dass sich ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen drauf verlassen wird, dass sich schon alle ordentlich festhalten werden und dafür auch die entsprechende körperliche Fitness mitbringen.

Dank des ordentlichen Windgangs (?) war unsere Landung wohl auch ein wenig intensiver als üblich. In dem Moment war ich ganz schön baff, rückblickend ist es allerdings das eigentliche Highlight der Fahrt und ich hätte nichts gegen eine Wiederholung. Aussicht schön und gut, aber der Thrill, Leute!

Sonnenuntergang mit jeder Menge Baumschatten
Sonnenuntergang mit jeder Menge Baumschatten

Jennifer Rostock

Weder meine bessere Hälfte noch ich sind große Jennifer Rostock Fans. Auch mit dem Werk der Band sind wir nicht sonderlich vertraut. Die ansteckende Euphorie der Fangirl-Kollegin meiner Frau bewog uns trotzdem dazu ein Konzert der Truppe zu besuchen. Aufgrund unserer Planlosigkeit ist uns auch vollkommen entgangen, dass es sich um eine Erstmal-Abschiedstournee handelte.

Der Sound im Haus Auensee wusste in der Vergangenheit bereits so manches Konzert zu versauen. Erfahrungsgemäß wirkt sich diese Tatsache deutlich weniger negativ aus, wenn man die Songs, die gespielt werden, kennt und nicht krampfhaft versuchen muss rauszuhören, was einem da gerade präsentiert wird. Dank meiner mittlerweile obligatorischen Setlist-Recherche und entsprechender Spotify-Druckbetankung waren wir hier also halbwegs safe.

Die Vorband Blackout Problems gefiel mir sehr, weil doch etwas eher meine Richtung als der Hauptact. Ihr Konzert fand jedoch ein apruptes Ende, als ein Security-Mensch nicht so einverstanden damit war, dass der Sänger vom Balkon ins Publikum fliegen wollte und gegenüber einem Crew-Mitglied handgreiflich wurde. Unschön.

Das Besondere an dieser Tour von Jennifer Rostock war, dass tatsächlich Lieder von jedem der 7 Studioalben ihren Weg auf die Setlist fanden, bewusst chronologisch, als Reise durch die Geschichte der Band. Fand ich super. Von Frontfrau Jennifer Weist kann man halten was man will, einen gewissen Unterhaltungswert kann man ihrem Gesang, ihren Ansagen und ihrer Art aber nicht absprechen. Regelmäßige Outfit-Wechsel, der gekonnte Einsatz von Licht – bin ich ja sehr empfänglich für – und der Songmix aus tanzbar, ruhig und kurze Zeit später wieder voll auf die Fresse geben einem das Gefühl Zeuge einer echten Show zu sein. Hat mir sehr gut gefallen.

Heiratskram

Nachdem wir unsere ursprünglichen Hochzeitspläne komplett verworfen haben, war klar, dass im August diesen Jahres erst mal klein gefeiert werden soll. Für die eigentliche Anmeldung der Trauung braucht es dennoch zweierlei: eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister – because Geburtsurkunde is too mainstream – und eine erweiterte Meldebescheinigung, die dazu noch nicht älter als 14 Tage sein darf. WTF. Nunja, wer sich auf das traditionelle Konzept Ehe einlässt, darf sich über Bürokratie und Behörden nicht aufregen, oder?

Bei der eigentlichen Anmeldung im Standesamt haben wir mit einer netten Frau gesprochen, die uns unter anderem nach Trauzeugen, Ringen und Musik fragte. Wir müssen wie so ein Vegas-Pärchen gewirkt haben, da wir auf alle 3 Fragen mit “ist noch nicht ganz raus” geantwortet haben. Aber irgendwie gefiel mir das ja auch ein bisschen.

Gesangsunterricht beenden (again)

Leider haben sich meine zu dem Zeitpunkt bereits 1 Jahr anhaltenden Probleme mit meiner Stimme noch nicht gelegt. Im Verlauf eines jeden Tages wurde es immer anstrengender für mich meine Stimme zu benutzen. Das hat dazu geführt, dass ich all das, was mir im abends stattfindenden Gesangsunterricht vermittelt wurde nicht umsetzen konnte. Ich konnte kaum richtig sprechen, an Singen üben war nicht zu denken.

Das war frustrierend. Weshalb ich mich dazu entschieden habe, den Unterricht erneut auf Eis zu legen. Was sehr schade ist, da mein Lehrer mir – im Gegensatz zu meiner ersten Gesangslehrerin – wirklich sehr sympathisch war und es – im Gegensatz zu meiner ersten Gesangslehrerin – auch echt raus hatte. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben, aber die investierte Zeit führte zu keinen Ergebnissen. Sich das einzugestehen war ein weiterer von vielen Dämpfern was diese Thematik angeht, aber die einzig sinnvolle Entscheidung.

Nathan Gray

Ein Konzerterlebnis der besonderen Art war der Besuch des Akustiksets von Nathan Gray – seines Zeichens Sänger von Boysetsfire. Der Kerl hat nicht nur seine Songs mit unglaublich viel Emotionen gespielt, sondern auch während der Ansagen sein Herz ausgeschüttet und seine Seele komplett nackig gemacht.

Nathan redet ganz gern, das merkt man schon auf Boysetsfire-Konzerten. Aber dabei ging es immer – wie im Hardcore nicht unüblich – um politische Themen. Im Rahmen seiner Solotour hat er aber viel Persönliches erzählt und dabei auch unschöne Geschichten aus seiner Kindheit ausgepackt. Es liefen Tränen, bei ihm und im Publikum. Das war unerwartet schwerer Stoff.

Davon abgesehen war die Darbietung auch musikalisch sehr fein. Er ist ein unglaublich guter Kerl, ich höre ihm gern zu und freue mich auf Wiederholung in diesem Jahr.

Und sonst so?

Im Mai fand einmal mehr der Eurovision Song Contest statt. Der ESC ist meine Guilty Pleasure. Eine wunderbare Gelegenheit mit Freunden einen gemütlichen Sofaabend zu verbringen, zu erzählen, zu lachen, zu lästern. Eine schöne Tradition mittlerweile: das Schnurrbart-Trinkspiel. Getrunken wird, wenn der vorher am Fernseher befestigte Schnurrbart passt.

Trink!
Trink!

Serienmäßig wusste Blacklist Staffel 5 sehr gut zu unterhalten, auch wenn die Serie weiterhin ohne James Spader 90% ihres Reizes verlieren würde. Und ich gab mir endlich die erste Staffel Designated Survivor, alter Fatter. Auch wenn Terrorismus als Aufhänger von Filmen und Serien für meinen Geschmack recht ausgelutscht ist, wusste diese Serie mich in ihren Bann zu ziehen. Es kommt nicht mehr oft vor, dass ich so vorm Fernseher hänge und wirklich, wirklich wissen will, wie es weitergeht. Zum Ende hin nahm die Serie jedoch massiv an Fahrt ab und drückte zu sehr auf die patriotische Tränendrüse, weswegen mir hier die Lust aufs Weiterschauen verloren gegangen ist. Muss man bei diesem wirklich guten Anfang auch erst mal schaffen.

Außerdem durfte ich mich mal wieder mit eBay Kleinanzeigen rumschlagen um so allerhand Krimskrams loszuwerden. Sie sind selten, aber durchaus existent, diese Momente in denen ich mich nach Ausmisterei sehne. Der Mai markierte außerdem den Start dieses fantastisch langen Sommers. Hach. Mehr davon im Juni-Bericht.

14. Januar 2019