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Und sonst so – Oktober 2018

tl;dr: Jede Menge Hot Takes zu Alk, vollen Wochen, Orthografie von Car-Sharing-Anbietern und der Erlebniswelt Karstadt.

Manchmal möchte ich direkt mit der ersten Story loslegen, euch direkt den heißen Scheiß liefern. Aber Inhalte wollen strukturiert werden. Überschriften schaffen Struktur. Unter der Artikelüberschrift direkt mit einer weiteren Überschrift zu beginnen verstößt jedoch sicher gegen irgendein Gesetz aus der Nachkriegszeit. Oder gegen das ästhetische Empfinden des Autors. Darum diese sinnlosen Zeilen hier, mit denen ich gerade euer aller Lebenszeit verschwende. Aber… ihr lest immer noch, oder? Und das, liebe Kinder, ist die Macht des geschriebenen Wortes.

Ok ok, gäit lous!

Wie ich mich für’s Feiern feiere

Alkohol ist seit längerem schon nicht mehr so meins. Warum? Hm, spielt vieles rein. Ein ganz banaler Grund: schmeckt mir nicht. Ich brauche viel Zucker, der den Geschmack vom Alkohol möglichst in Gänze auslöscht. Dazu kann ich unter Alkoholeinfluss mitunter recht anstrengend sein, was mir in dem Moment ausgesprochen angebracht und lustig erscheint, am nächsten Morgen aber oft unangenehm ist. Und wo wir schon beim nächsten Morgen sind: ich brauche überdurchschnittlich lange um auszunüchtern und mich von einem Kater zu erholen.

Warum erzähle ich das? Weil dies einer der Faktoren in der allgemein anerkannten Feierkultur ist, die dazu führen, dass ich genau das so gut wie gar nicht mehr mache. Laute Musik, die mir nicht liegt, überteuerte Getränke, die mir nicht schmecken, und viele Menschen, deren Ignoranz ich nur schwer ertragen kann, haben mir das Feiern im klassischen Sinne nach und nach aberzogen. Enno, der Party-Grinch.

Umso erwähnenswerter ist es, wenn sich doch mal ein Anlass ergibt, der mich dazu bewegt etwas später den Heimweg anzutreten. Fast schon traditionsgemäß liege ich nach der Geburtstagsfeier eines Freundes Anfang Oktober selten vor 6 im Bett. Ich nehme mir das nie wirklich vor, es geschieht aber trotzdem jedes Mal. Viele Flaschen Mate, lecker Futti, Mario Kart und eine Runde “Wer bin ich?”, in der ich als Pipi Langstrumpf den vorletzten Platz abstaubte, waren in diesem Jahr der Grund dafür.

Außergewöhnlicherweise ist mir Ähnliches nicht nur im gleichen Jahr, sondern sogar im gleichen Monat widerfahren. Bei einem weiteren Geburtstag in illustrer Runde wurde viel gequatscht und vor allem Nachtfrisbee gespielt. Beste. Erfindung. Jemals. So manche Gelenke an meiner Hand teilten diese Auffassung am Tag danach nicht, aber ich kann das uneingeschränkt weiterempfehlen.

Wie ich mich mit Stress stresse

Beim Baden am nächsten Tag hat mir mein Kreislauf zu verstehen gegeben, dass ihm mein derzeitiger Lebensstil missfällt. Diese Form von Schwindel1 war mir neu, etwas unheimlich und sollte nicht das einzige Mal in dieser Woche bleiben. Dadurch, dass ich nur 30 Wochenstunden arbeite, tendiere ich dazu mir neben den Wochenenden auch die Tage unter der Woche gut vollzuballern.

Das sind an sich selten große Dinge, sorgen aber in ihrer Gesamtheit dafür, dass die Zeit fehlt um die Akkus wieder aufzuladen. Besuch bei Freunden, das erste Mal Fußballspielen seit Ewigkeiten (endlich wieder Muskelkater aus der Hölle und Blasen am Fuß), Konzert, Logopädie-Termine, Bandproben, Termine bei Ärzten, Frisör sowie fehlender Schlaf durch die angesprochenen Geburtstagsfeiern scheint zu viel gewesen zu sein.

Einer der genannten Arzttermine, wenn auch zu einem sehr schönen Anlass, ging Mitte Oktober über die Bühne. Wie den meisten der das hier Lesenden vermutlich bekannt ist, werde ich demnächst Papa. Für alle anderen: KONFETTIKANONE, LEUCHTREKLAME UND FANFARE!!! 🎉

Dieser Umstand sorgte dafür, dass meine bessere Hälfte und ich den Weg nach Halle für das – Achtung, fancy Begriff – Ersttrimesterscreening antraten. Während man zum damaligen Zeitpunkt noch einen geübten Blick haben musste, um meiner Frau ihre Schwangerschaft anzusehen, zeigt so ein Ultraschall recht deutlich, dass da ein menschliches Wesen heranwächst. Statt während der Inspektion brav zu chillen, zog unsere Tochter spontane Hüpfanfälle vor. Jetzt schon die Queen im Moshpit 😍

Wie ich mich durch Autos… ach lassen wir das

Halle bleibt übrigens die unangefochtene Nummer 1 der schlimmsten Orte zum Autofahren. Wer hat sich diese Straßenführung ausgedacht? Selbst mit Navi bin ich dort überfordert. Und das kommt von jemandem, der nicht müde wird mit stolz geschwellter Brust zu verkünden, mit wieviel Bravur er die Herausforderungen der neuseeländischen und mallorquinischen Straßen meisterte.

In diesem Atemzug sei noch mal erwähnt, dass die Flexibilität durch das Carsharing-Angebot von Cityflitzer ein Traum ist. Unser Termin war dank Missverständnis eine halbe Stunde später als gedacht, was bei einem fest gebuchten Abgabetermin Schwierigkeiten gegeben hätte. Und auf wann hätte ich diesen Abgabetermin gelegt? Wie lang dauert so ein Ersttrimesterscreening? Kommen wir pünktlich dran? Wieviel Verkehr ist um diese Uhrzeit auf dem Weg von Hölle Halle nach Leipzig? Alles Sachen, um die man sich keinen Kopf machen muss, da ein Cityflitzer abgegeben werden kann, wie es in den eigenen Kram passt.

Disclaimer: ich werde für diese Aussagen nicht von Cityflitzer bezahlt. Sollte ich aber! Auch wenn sie mir sicherlich sehr böse wären, weil ich den Firmennamen nicht klein schreibe. Oder weil ich nicht weiß, ob man “klein schreiben” zusammen schreibt. Oder “zusammenschreibt”? Egal.

Komplizierter Karstadt-Koffer-Kauf

Da meine Frau im Oktober weiterbildungsbedingt des Öfteren mit Gepäck unterwegs war und schwangerschaftsbedingt ein kleiner Rollkoffer praktikabler als Rucksack oder Tasche wären, begaben wir uns mit einer beachtlichen Ausstattung gesammelter Coupons bepackt auf die Mission im Karstadt einen brauchbaren Gerät zu erstehen.

Das Objekt der Begierde wog 99,95€, was prädestiniert für unseren “20€ ab 100€ Einkaufswert”-Gutschein schien. Als wir das gute Stück zusammen mit 2 Rollen Tesa, um die 100€-Grenze zu knacken, zur Kasse brachten, wurde uns mitgeteilt, dass der Gutschein nicht angewendet werden könne. Grund: 10% auf Alles weil Ausverkauf aufgrund anstehender Filialschließung. Da die 10% scheinbar vor anderen Rabatten angerechnet werden, kamen wir doch nicht über 100€.

Ich sage euch: wenn man dazu gezwungen wird, ist es gar nicht so einfach aus der Kalten heraus eine halbwegs sinnige Kleinigkeit zu finden, die man “kostenlos” dazu haben kann. Um dieser Entscheidung zu entgehen haben wir uns entschieden auf den 10€-Gutschein umzuschwenken, den wir dank treuer Karstadt-Kundenmitgliedschaft ebenfalls unser Eigen nannten.

Doch damit nicht genug. Aus genannter Mitgliedschaft und bravem Vorzeigen der Kundenkarte bei jedem Kauf sammelten sich ganze 4€ Treuepunkte an, die via App eingelöst werden wollten.2 Allerdings wollte besagte App trotz solidem 3G-Signal die dafür notwendigen Daten nicht mehr laden. Rabatt-Verzweiflung is real!

Transport des frisch erworbenen Koffers. Trust me, I
Transport des frisch erworbenen Koffers. Trust me, I'm an engineer!

Der Koffer befindet sich mittlerweile in unserem Besitz. Mit welcher Rabattkombination er seinen Weg dahin gefunden hat, habe ich leider verdrängt und wird ein Rätsel bleiben, dessen Lösung eines Tages die Grundlage der Forschungsarbeit zukünftiger Archäologie-Studierenden sein wird. Ähem.

Und sonst so?

Im Oktober habe ich auch meinen neuen Perso abgeholt. Neuer Name und so, Hashtag Herrmannzeilen. Allerdings nicht ohne vorher noch mal heim zu fahren, in der Überzeugung ein dafür notwendiges Dokument vergessen zu haben, auf dem jedoch explizit drauf stand, dass es für die Abholung nicht notwendig ist. Classic Enno.

Ansonsten wurde sich auf mein Drängen hin ein schlauerer Staubsaugerroboter gegönnt. Freds Trotteligkeit ist zwar hin und wieder ganz süß. Betreutes Saugen ist aber nicht der ursprüngliche Zweck seiner Anschaffung gewesen, weswegen ich euch hiermit feierlich mit Nono bekannt machen darf:

"My name is Nono Knoxville and this is Staubsaugerroboting"
"My name is Nono Knoxville and this is Staubsaugerroboting"

Nono kann kleinere Hindernisse überwinden, merkt sich, wo er schon war, und fährt die gesamte Bude systematisch ab. Sollte zwischendurch der Akku knapp werden, findet Nono selbständig nach Hause zurück und irrt – im Gegensatz zu Fred – nicht Dori-Style durch die komplette Wohnung in der Hoffnung irgendwo auf die Aufladestation zu treffen. Fred hat derweil ein neues Zuhause gefunden und hat es dort besser als bei uns. Schnief.

Serienmäßig habe ich Hip Hop Evolution in Staffel 2 weggesuchtet. Auch wenn ich mich für das Genre nach wie vor nur punktuell begeistern kann, lassen sich Dokus dieser Art gut verschlingen.

Ähnlich gesuchtet habe ich beide Staffeln von Dear White People. Ist ein sehr guter Reminder, dass nur weil man nicht versteht, warum sich eine Personengruppe, der man nicht zugehört, angegriffen fühlt, man nicht dazu verpflichtet ist in die Offensive zu gehen, sondern auch einfach mal die Klappe halten und zuhören kann. Das gilt übrigens für so, so vieles. Aber ich fange an zu predigen, was ein guter Zeitpunkt ist um die Oktober-Edition dieser allseits beliebten Artikelkategorie zu beenden.

Bis (hoffentlich) bald ✌️


  1. Schwindel as in schwindelig, not as in Mondlandung, 9/11 or menschengemachter Klimawandel

  2. Mir wird beim Schreiben dieser Zeilen gerade bewusst, dass ich ein ernsthaftes Treuepunkteproblem habe. Payback Karte? Check. Amazon Visa? Check. Eventim Fan Bonus? Check. Rabattkarte im Bioladen. Checkedi-check-check! OMG, ich bin treuesüchtig 😱

25. März 2019