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Und sonst so – September 2018

tl;dr: Sonnensuchtie macht Urlaub, Musiksuchtie besucht Oper, Podcastsuchtie hört Buch, Wassersuchtie fährt Kanu

Nach unserer Hochzeit Ende August traten wir der gesellschaftlichen Konvention entsprechend unsere Flitterwoche (ohne n) an. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die 3,5 Wochen (mit n) Neuseeland im März eine Art vorgezogene Hochzeitsreise waren, weswegen vom Jahresurlaub nicht mehr wirklich viel übrig war. Da der Autor dieser Zeilen und seine bessere Hälfte sich einig waren, dass eine Woche für die meisten unserer “wollen wir noch machen”-Reiseziele zu wenig darstellen würde, fiel die Wahl auf des Deutschen Lieblingsziel: Mallorca.

Da es nicht unser erster Besuch dort war, wussten wir, was wir zu erwarten hatten. Die Anreisedauer war angenehm, mit einem Mietwagen lässt sich im Prinzip die gesamte Insel erkunden und auch die ein oder andere Chillung sollte sich unterbringen lassen. Da meine frisch gebackene Ehefrau beschloss, sich in unserer Flitterwoche von ihrer gesundheitlich angeschlagenen Seite zu zeigen, sollten wir davon für unsere Maßstäbe vergleichsweise viel Gebrauch machen.

Mallorca In A Nutshell

Da für einen eigenen Artikel tatsächlich zu wenig passiert ist, hier ein Rundown der Highlights:

Die Straßen in den Ortschaften Mallorcas sind lächerlich eng. So eng, dass die Kurve vor unserer Unterkunft in Sóller eigentlich nur in 3 Zügen unbeschadet überstanden werden kann. Fortan wurde sie als Kurve Of Death betitelt. Erst jetzt fällt mir auf, dass Curva De La Muerte viel mehr Klasse gehabt hätte. Damn.

Port de Sóller, ein nahegelegener Hafenort, ist ein wunderbares Fleckchen Erde, dem wir insgesamt 3x einen Besuch abstatteten. An der Promenade ließ sich zum Sonnenuntergang gut Pizza, Sandwich und Salati verspeisen. Typische spanische Küche eben.

Bond-Girl beim Verlassen des Wassers
Bond-Girl beim Verlassen des Wassers

Die Sóllerinas und Sólleros sind sehr stolz auf ihre Orangen und den daraus produzierten Saft. Weswegen wir uns die Möglichkeit einer nahegelegenen Orangen- und Zitronenplantage einen Besuch abzustatten nicht haben nehmen lassen. Omnomnom.

leckere Orange, visualisiert
leckere Orange, visualisiert

Innerorts sind Parkflächen farbig markiert. Dass die gelben Bereiche die sind, in denen das Abstellen von Autos nicht gestattet ist, erkennt man recht schnell. Was der Unterscheid zwischen blauen und weißen Flächen ist, erfährt man allerdings erst, wenn man am dritten Urlaubstag ein Ticket unter dem Scheibenwischer kleben hat. Besonderheit dabei: eigentlich sind 80€ Strafe fällig. Es sei denn man bezahlt das Bußgeld direkt, indem man 15€ in den Parkautomaten steckt und die Quittung zusammen mit dem beiliegenden Briefumschlag in einen dafür vorgesehenen Schlitz einwirft. Auch ein Weg Bürokratie zu sparen.

Auf unserer Ehe scheint zudem ein spanischer Klofluch zu liegen. Während ich in Barcelona keinen einzigen funktionieren elektrischen Händetrockner gefunden habe, wurde meine Frau auf Mallorca einmal eingeschlossen – die Tür war plötzlich nicht mehr von innen zu öffnen – und ein anderes Mal beschloss der Klowart ohne erkennbaren Grund die Eingangstür zu den Toiletten mit einem Gitter zu blockieren. Hilfe!

Noch mehr als die Kurve Of Death wussten uns die mallorquinischen Serpentinen das Fürchten zu lehren. Vor allem, wenn einem auf dem Weg nach unten verdammte 9 Reisebusse hintereinander entgegen kommen. Wie auch bei den viel zu engen Straßen in Neuseeland fängt es nach der initialen Schockphase irgendwann an Spaß zu machen, aber ohne Beifahrerin als seitlichen Abstandssensor wäre ich aus dem Schwitzen gar nicht mehr rausgekommen.

Keiiiiin Zentimeter mehr zwischen uns
Keiiiiin Zentimeter mehr zwischen uns

Besagte Beifahrerin musste am Morgen unserer Rückfahrt übrigens durch das Fenster aussteigen, um unseren schwarzen Mietwagen bei finsterer Nacht sicher durch die übertrieben engen, von Steinmauern begrenzten Gassen zu navigieren. Der durchgängige Warnton im Inneren des Wagens gestaltete diesen Prozess auch nicht angenehmer.

Trotz all der unfreiwilligen Action war es ein schöner Urlaub mit übermäßig viel Baderei und Chillerei, was auch mal ganz fein war.

Banausenno

Im Zuge eines in Leipzig verbrachten Wochenendes meiner Schwiegeroma habe ich 3 Dinge gelernt:

  1. Wenn man im Vapiano seine Karte verliert, schleicht man sich am besten einfach raus. Also… hab ich gehört…
  2. Das Frühstück im Zoo wäre uneingeschränkt zu empfehlen, wenn auf den Preis für das Buffet nicht noch der Preis für die Eintrittskarte dazu käme.
  3. Wenn ich das nächste mal in eine Balletvorstellung gehe, lese ich mir vorher durch worum es geht.

Besagte Vorstellung fand in der Oper Leipzig statt, was auch mal eine interessante Erfahrung war. Man fühlt sich schon recht bonzig, wenn man in Schale geschmissen am für die Pause reservierten Tisch 17 steht und seinen Sekt1 schlürft.

Ohne etwas Hintergrundwissen war der wohl etwas modernen Inszenierung von Schwanensee allerdings kaum zu folgen. Das war zwar schön anzusehen und auch die Begleitung durch das Orchester wusste zu gefallen. Allerdings ist man als ahnungsloser Noob irgendwann einfach raus, da Handlung beim Tanzen nun mal wesentlich schwieriger vermittelt werden kann. Der Oma hat’s außerordentlich gefallen, Mission erfolgreich abgeschlossen.

Mein Weg zum Format Hörbuch

Federico Viticci, Gründer des Apple-Blogs MacStories, ist in den entsprechenden Kreisen bekannt für seine ausufernden Reviews zu neuen iOS-Versionen. Inhaltlich immer interessant und saugut gemacht, für mich zeitlich allerdings schwer unterzubringen. Deshalb habe ich im September das Experiment Hörbuch gestartet und muss sagen, dass ich auf den Geschmack gekommen bin.

Hörbücher lassen sich genauso wie Podcasts gut weghören, wenn man sich um den Haushalt kümmert oder anderen Tätigkeiten nachgeht, die kaum mehr als die Standby-Aktivität des Hirns verlangen. Neben besagtem Review habe ich kurz danach auch noch It Doesn’t Have to Be Crazy at Work und Chris Jerichos No Is a Four-Letter Word weggesuchtet. Zu einem Abo bei einem der bekannten Hörbuchdienste hat es dennoch nicht gereicht. Bereits genug Podcasts und zu viel Musik. Wird aber nicht mein letztes Hörbuch gewesen sein.

Sommerseptember

Erinnert ihr euch noch wie im September jeder Tag als der letzte warme Sommertag angekündigt wurde? Mitte September ging es von Arbeit aus zum Kanupark Markkleeberg, der eigentlich eher Raftingpark Markkleeberg heißen sollte. Für diese außerordentlich nasse Angelegenheit waren warme Temperaturen von Vorteil, weswegen Mitte September schon ein mutig angesetzter Zeitraum war. Aber dem 2018er Sommer macht niemand was vor.

Ich präsentiere: mein Ich-habe-gerade-die-Zeit-meines-Lebens-Gesicht
Ich präsentiere: mein Ich-habe-gerade-die-Zeit-meines-Lebens-Gesicht

Wie immer geht die Stunde dort viel zu schnell rum und wie immer ist es ein Spaß, den ich allen empfehlen kann. Diesmal habe ich sogar einen Neoprenanzug in meiner Größe bekommen, wodurch die beim letzten Mal doch etwas unangenehme… wie soll ich sagen… Schrittbetonung ausblieb.

10 Tage nach diesem letzten warmen Tag des Jahres gab es zum Glück noch einen weiteren letzten warmen Tag des Jahres, der ebenfalls für eine Runde auf dem Wasser genutzt wurde. Eine Kanutour über die Elster ist tatsächlich immer wieder schön. Dank der Paddeltour vor 3 Jahren verfüge ich auch über genug Manövrierskill, um übermotivierten Junggesellenabschiedsgangs und ähnlichen Herausforderungen halbwegs gekonnt ausweichen zu können. Und ja, man kann mich mieten!

Und sonst so?

Mit Atypical habe ich eine Serie entdeckt, die sich völlig überraschend zu einer meiner Lieblingsserien gemausert hat. Die ersten beiden Staffeln wurden solide durchgerockt, eine Dritte soll folgen 🎉

Im September fand zum ersten Mal eine Apple-Keynote – ich berichtete über mein Fanboytum – statt, ohne dass ich sie live verfolgte oder darüber twitterte. Außerdem habe ich einen Termin verpasst, weil ich beim Verlassen der Wohnung meinen Schlüssel nicht finden konnte. Sowas passiert, wenn man abends zu faul ist nachzuschauen, was genau gerade hinter den Schuhschrank gefallen ist.

Auch schön: meine Band war Teil eines Punkrock-Abends im Bandhaus Leipzig. Ich hatte sehr viel Spaß, es war nicht sonderlich voll, aber die Stimmung war gut, die Technik vor Ort hat auch gepasst und viel mehr braucht es für mich eigentlich nicht. Fun Fact: das Konzert wurde in der Leipziger Volkszeitung angekündigt, allerdings mit falschem Datum. Sollte nicht das letzte Mal sein. Hashtag Lügenpresse.

Wir durften sogar das scheißteure Banner aufhängen ❤️
Wir durften sogar das scheißteure Banner aufhängen ❤️

Auf der Suche nach einer neuen Laptop-Tasche kam ich mit einem Gravis-Mitarbeiter ins Gespräch. Der fand die von meiner bisherigen Tasche verursachten Abdrücke auf dem Gehäuse zwar bemerkenswert genug, um mit dieser Sonderbarkeit bei seinem Kollegium zu prahlen, aber mit passendem Ersatz helfen konnte er mir auch nicht. Ich verstehe gar nicht, warum der Einzelhandel krachen geht.

Und damit ist meine jüngste Monatszusammenfassung gerade einmal 4 Monate von der Gegenwart entfernt. Sehr ertragreicher Januar – tatsächlich der ertragreichste seit Starten des Blogs – den ihr hoffentlich genossen habt, da ich in nächster Zeit weniger häufig zum Schreiben kommen werde. Auf die Oktoberedition dürft ihr euch trotzdem freuen, u.a. weil ich gleich 2x erst um 6 Uhr morgens den Weg ins Bett fand. Wie so ein junger Hüpfer mit voll funktionsfähigem Innenmeniskus und ohne ein graues Haar.


  1. Natürlich habe ich keinen Sekt getrunken, denn Sekt ist ekelhaft. Lernt man in der Schule! Aber es stand mindestens ein Sektglas auf dem Tisch… oder? 🤔

3. Februar 2019